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12 Felsengräber aus dem Neuen Reich in Gebel El-Silsila

Das Antikenministerium meldet, dass die Grabungsmission der schwedischen Lund Universität in Gebel el-Silsila insgesamt 12 Felsengräber aus der Zeit von Thutmosis III. und Amenophis II., also aus der 18. Dynastie, entdeckt habe. Zusätzlich seien auch noch drei Krypten und zwei Opfernischen gefunden worden.
(Nicht ganz klar wird in der Meldung, ob es sich um eine neue Entdeckung handelt, oder um die Gesamtzahl der in 2016 gefundenen Gräber, denn die Schweden hatten bereits im Frühjahr den Fund von Felsengräbern und Krypten gemeldet.)

Skarabäus, gefunden in Gebel el-Silsila. Foto: MSA

Viele der Gräber, die Dr. Maria Nilsson, Leiterin der Mission, nun der Presse vorstellte, wurden mehrfach belegt, vielleicht sogar als Familiengräber benutzt, da die begrabenen Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts sind.
Außerdem wurden einige Kinderbegräbnisse entdeckt. Eines der Kinder wurde in einer 64x32x32cm großen Felsenkrypta gefunden, ein anderes Kind in einem flachen Grab, das mit einem Stein bedeckt war und ein drittes fand sich in einem hölzernen Sarkophag. Zwei der Kinder waren etwas abgeschieden in den natürlichen Klippen der Sandsteinfelsen begraben.
Als Grabbeigaben wurden wurden Amulette, Halsketten, Gefäße und sogar etwas Schmuck und Skarabäen gefunden. Überreste von Ziegen, Schafen, Nilbarschen und einem fast kompletten Krokodil fand man aber auch. Und auch diese waren vermutlich Grabbeigaben.


Die Gesamtheit der in dieser Nekropole gefundenen menschlichen Überreste zeigt, dass die Bewohner des damals Chenu genannten Ortes relativ gesund waren. Es gibt kaum Anhaltspunkte für Unterernährung oder Infektionen, obgleich einige Knochenbrüche und vergrößerte Muskeln für ein arbeitsreiches und nicht ungefährliches Leben sprechen. Viele Brüche oder Wunden waren gut verheilt, so dass man von einer guten ärztlichen Versorgung ausgehen kann.

Von den 43 Gräbern, die das schwedische Team im Jahr 2015 gefunden hatte, waren fünf von Schutt, Sand und Salz geräumt worden, damit man ihre weitere Konservierung in Angrif nehmen könne. Als das Team in der Saison 2016, acht Monate später, die Gräber wiedersah, hatten sich aufgrund der Trocknung die Wände und teils auch die Decken dieser Gräber stabilisiert. Mit weiteren Untersuchungen will die Mission ihr Verständnis von der Funktion der Gegend um Gebel el-Silsila im kommenden Jahr erweitern.

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