Der Amun-Tempel mit Widderallee. 
Bild: naga-project.com | Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

Der Amun-Tempel mit Widderallee.
Bild: naga-project.com | Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

Das Naga-Projekt: Deutsche Archäologen im Sudan

Die Stadt Naga war ein wichtiges Zentrum des Königreichs Meroë im heutigen Sudan. Seit seiner Blützeit zwischen 200 v. Chr. bis 250 n. Chr. ist die Stadt von Plünderungen und Raubgrabungen weitestgehend verschont geblieben und ist daher für Archäologen besonders wertvoll. Im Jahr 2011 wurde Naga von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Seit 1995 graben deutsche Archäologen in Naga, das 30 km vom Nil entfernt mitten in der Steppe liegt. Bis 2012 waren Archäologen des Ägyptischen Museum Berlins vor Ort. Seit Mai 2013 führt das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst ein eigenes Grabungsprojekt durch.

Mehr als 15 Tempel- und Palastbauten

Auf 1 km² Fläche fanden die Forscher Bauten, Skulpturen und Reliefs, die von afrikanischen, ägyptischen und hellenistischen Einflüssen geprägt sind. Mehr als 15 Tempel- und Palastbauten kamen zum Vorschein. Drei davon, wie ein Amun-Tempel mit einer Allee von 12 Widdern, sind in einem guten Zustand. Die deutschen Archäologen haben in Naga nicht nur ausgegraben, sondern arbeiten auch mit einem nachhaltigen Restaurierungsprogramm und mit moderner 3D Technologie, die für die Dokumentation der Architektur und Reliefs zum Einsatz kommt.

Neues Museum und neue Grabungskampagne

Die Funde sollen bald in einem neuen Museum präsentiert werden, das von dem britischen Stararchitekten David Chipperfield geplant wurde und 2016 eröffnet werden soll. Auch die Grabungen gehen weiter. Nachdem die Herbstgrabungskampagne zu Ende ist, rücken die Archäologen Anfang 2015 für die Freilegung zweier Tempel wieder in Nagada an.

Neue Internetseite mit vielen Informationen

Das Naga Projekt präsentiert sich mit einer neuen Internetseite, die uns spannende Einblicke in die Feldarbeit gibt. Hier findet ihr aktuelle Informationen zu den laufenden Grabungskampagnen, Hintergrundberichte über Funde und erste Einblicke in das neue Naga-Museum.

Wir finden das sehr vorbildlich und hoffen, dass die Seite weiterhin aktuell gehalten wird. Wir können es nämlich kaum erwarten, bald mehr von neuen Funden und Erkenntnissen deutscher Archäologen in der antiken Stadt Naga zu lesen 🙂


Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Super interessant! Bin ab 25. 12. 14 im Sudan. Mehr Infos?
    Herzlichen Gruß
    Natalie Schlegel

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