Foto der Totenmaske des Tutanchamun (Replik)

Replik der Totenmaske Tutanchamuns. Foto: Carsten Frenzel, Wikimedia Commons, Lizenz: CC-BY-2.0

Glasschmuck wie an Tuts Totenmaske in Dänemark gefunden

Neue Untersuchungen an Glasperlen aus bronzezeitlichen Gräbern in Dänemark zeigen, dass diese vermutlich aus derselben antiken Quelle stammen, wie der Glasschmuck an der berühmten Totenmaske des Pharaos Tutanchamun. Das könnte belegen, dass die Handelsrouten der alten Ägypter tatsächlich bis nach Skandinavien reichten.

Ein Team aus dänischen und französischen Forschern untersuchte mit Hilfe eines Verfahrens, das Plasma-Massenspektometrie genannt wird, die chemische Zusammensetzung von 23 Perlen aus bläulichem Kobaltglas, die bereits im späten 19. Jh. in Gräbern nahe Kopenhagen gefunden worden waren. Beim Vergleich mit ähnlichen Stücken aus Amarna (Ägypten) und Nippur (Mesopotamien) stellte sich heraus, dass die „dänischen Perlen“ die gleichen Spurenelemente enthalten. Sie stammen somit aus der gleichen Region.

Ob die Perlen auch aus der gleichen Schmuckwerkstatt stammen, wie Tutanchamuns Schmuck, könnte nur durch einen direkten Vergleich ermittelt werden. Jeannette Varberg, Kuratorin des Moesgaard Museums in Aarhus, hält diese These jedoch für sehr wahrscheinlich, wie sie der Huffington Post sagte. Zur Klärung müsste man allerdings Tuts Maske einem ähnlichen Analyseverfahren unterziehen, was bisher noch nie geschehen ist.

Es handelt sich in jedem Fall um den ersten Fund solcher Glasperlen außerhalb des Mittelmeerraums. Das beweist, dass die Handelsrouten der alten Ägypter bereits im 2. Jahrtausend v.Chr. bis nach Nordeuropa reichten. Dass Bernstein von den nordischen Küsten den Weg nach Ägypten gefunden hatte, wusste man schon länger, denn in den Schmucksammlungen ägyptischer Pharaonen, auch der von Tutanchamun, fanden sich immer wieder Stücke und sogar ganze Ketten aus Bernstein. Aber dass Schmuck auch in die umgekehrte Richtung gehandelt wurde, ist eine neue Erkenntnis.

Eine dieser Perlen hatte man 1880 im Grab einer vermutlich reichen Frau in Ølby, ca. 40km südlich von Kopenhagen, gefunden. Ihr Sarg war ein ausgehöhlter Baumstamm gewesen. Sie trug einen mit glitzernden Bronzeröhrchen verzierten Rock, eine große Gürtelbrosche und ein Armband mit zwei kleinen Bronzespiralen, zwei Bernsteinperlen und einer blauen Glasperle aus, wie man nun weiß, ägyptischer Produktion.

Fotos des Sarges der Bronzezeit-Frau und der Glasperle findet ihr bei Ancient Origins.


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