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Eine Auswahl an Topfbestattungen von Kindern und Säuglingen aus der prädynastischen Epoche bis zur Frühzeit. Entdeckt in der Nekropole von Adaïma, Ägypten. Bild mit freundlicher Genehmigung: "Adaima excavation. Crubezy & Midant-Reynes, IFAO"

Waren ägyptische Topfbestattungen ein Symbol der Wiedergeburt?

Einbalsamierung und Mumien – damit verbinden wir den Glauben an das ewige Leben der alten Ägypter. Doch nicht jeder konnte sich eine teure Mumifizierung leisten. Die armen Menschen mussten ihre lieben Verstorbenen im Wüstensand begraben. Kinder, Säuglinge und Fötusse sind im alten Ägypten häufig in Töpfen bestattet worden. So genannte Topfbestattungen galten lange Zeit als Begräbnisse der Ärmsten in der Bevölkerung Ägyptens. Dem sei mitnichten so, wie eine neue Studie von Ronika Power der Cambridge Universität und Yann Tristant der Macquarie Universität in Australien belegt. Vielmehr seien die Töpfe Symbole der Wiedergeburt gewesen, in denen auch Erwachsene und Wohlhabende ihr neues Leben nach dem Tod antreten konnten.

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Mumie des Idi, Ägypt. Museum Turin, Foto: Raffaella Bianucci

Proteine verraten die Krankheiten 4200 Jahre alter Mumien

Ein internationales Forscherteam hat Haut- und Muskelgewebe von 4200 Jahre alten Mumien auf bestimmte Proteine hin untersucht und dabei Hinweise auf Krankheiten gefunden, die zum Tod dieser Menschen geführt haben könnten. Die vor wenigen Tagen im Wissenschafts-Journal »Philosophical Transaction of the Royal Society A« veröffentlichte Studie zeigt, dass die Mumien an Entzündungen, bestimmten Immunreaktionen und vermutlich auch an Krebs litten.

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Der nur 44cm große Sarkophag, in dem ein 18 Wochen alter Fötus bestattet wurde. Foto: Fitzwilliam Museum, Cambridge

Mumifizierter Fötus aus dem alten Ägypten

Nur 44cm groß ist der Miniatur-Sarkophag aus dem Fitzwilliam Museum in Cambridge. Zuerst dachten die Forscher, in ihm würden die inneren Organe eines Verstorbenen liegen, doch die CT-Scans zeigten einen kleinen Fötus, der nicht länger als 18 Wochen im Bauch seiner Mutter gewesen ist. Damit ist er der jüngste einbalsamierte Fötus, der je in Ägypten entdeckt wurde.

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Die Mumien von Thutmosis I., Thutmosis IV. und der "Älteren Dame" aus KV35. Fotos: G.E. Smith, The Royal Mummies (1912), Copyright expired

Das Who-is-who der Mumien. Schweizer Studie sammelt Fakten

Königsgräber und königliche Mumien waren schon immer die aufsehenerregendsten Entdeckungen in Ägypten, seit Giovanni Battista Belzoni im Jahr 1817 das erste Grab im Tal der Könige entdeckte. In diesem heute als KV21 bezeichneten Grab lagen zwei weibliche Mumien, deren Identität bis heute nicht geklärt ist. In den 200 darauf folgenden Jahren wurden noch viele weitere Königsmumien gefunden und nur bei wenigen konnte die Identität zweifelsfrei ermittelt werden. Bei vielen Mumien gibt es dagegen nur Vermutungen, und die in der Vergangenheit durchgeführten Untersuchungen lieferten manchmal sogar widersprüchliche Ergebnisse.

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Die Mumie Ramses II.

Körpergröße als Indikator für Inzucht im alten Ägypten?

Bei einer Untersuchung von 259 Mumien aus allen altägyptischen Epochen fanden Forscher nun heraus, dass es Unterschiede in der Körpergröße zwischen der Normalbevölkerung und Mitgliedern der königlichen Familien gab. Königliche Frauen waren kleiner als Frauen aus der Bevölkerung, königliche Männer hingegen waren größer als ihre Landsmänner. Interessant ist vor allem, dass es unter den Mitgliedern der Königsfamilien geringere Größenunterschiede als in der Normalbevölkerung gab. Da das Merkmal Körpergröße stark von genetischen Faktoren abhängt, interpretieren die Forscher dieses Untersuchungsergebnis als Indiz für Inzucht in den königlichen Familien, bei denen manchmal über mehrere Generationen immer wieder Geschwister verheiratet wurden. So vererbten sich immer wieder ähnliche Geninformationen für die Körpergröße – mit der Folge, dass die Kinder aus Geschwister-Ehen ähnlich groß wurden, wie ihre Eltern. Die Vermischung von unterschiedlichem Genmaterial, wie es bei Ehen unter Nicht-Blutsverwandten normal ist, führe zu mehr Größenunterschieden, wie es in der Normalbevölkerung auch der Fall war.

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