In Kom el-Hattan, dem Areal des Totentempels Amenhoteps III. (Amenophis III.) auf Luxors Westbank wurden in den letzten Monaten zwei weitere Monumentalstatuen des Pharaos aufgestellt, die in jahrelanger Arbeit aus verschiedenen Bruchstücken zusammengesetzt worden waren. Am vergangenen Wochenende wurden sie feierlich enthüllt.
Tourismus- und Antikenminister Sherif Fathy würdigte dabei die jahrzehntelange deutsch-ägyptische Zusammenarbeit an diesem Tempel, in welcher seit 1998 der Oberste Rat für Altertümer mit dem Deutschen Archäologischen Institut Kairo und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zusammenarbeitet.
Tausende Bruchstücke verschiedenster Statuen hatte das Team im Laufe der Jahre zusammengetragen, gereinigt, konserviert und dokumentiert. Als man 2006 mit dem Zusammensetzen der Teile begann, wurde man sogar im Freilichtmuseum des Karnaktempels fündig, wo man Teile der Sockel fand.
Die beiden neu zusammengesetzten Statuen sind 14,5 bzw. 13,6 m hoch, wobei aus der Pressemeldung nicht hervorgeht, ob dieses Maß mit oder ohne Sockel gemessen wurde (die Memnon-Kolosse sind mit Sockel ca. 18 m hoch). Die beiden neuen Satuen wurden an ihrem originalen Platz, wo einmal der dritte Tempelpylon war, wieder aufgestellt. Sie zeigen Amenhotep III in sitzender Haltung, in einem gefalteten Königsrock, die Hände auf den Knien, mit dem Nemes-Kopftuch sowie den Königsattributen Kinnbart und Stierschwanz. Ursprünglich trugen die Statuen auch die Doppelkrone für Ober- und Unterägypten. Diese ist aber, wie auch bei den Memnonkolossen, nicht mehr vorhanden.
Im Rahmen der Enthüllungs-Zeremonie wurde Dr. Hourig Sourouzian, langjährige Leiterin des Tempelrestaurierungs-Projekts, mit einer Urkunde des Ministeriums geehrt. Zudem erhielt sie die Replik einer Sachmet-Statue, von der eine große Anzahl auf dem Gelände gefunden worden waren (wir berichteten mehrmals). Insgesamt wurden über 280 Statuen und Statuenteile der löwenköpfigen Göttin Sachmet gefunden, die demnächst im Säulenhof des Tempels ausgestellt werden sollen.



