Foto: Antikenministerium Ägypten

Felsenkunst der Naqada-Kultur nahe El-Kab gefunden

Eine Mission unter Führung der amerikanischen Yale Universität, die das Elkab Desert Survey Project durchführt, hat bei Arbeiten in Bir Umm Tineidba einen Feuerstein-Steinbruch entdeckt, der reichhaltige archäologische Spuren sowohl aus der vordynastischen Zeit als auch aus der römischen Spätzeit enthält. Neben Grabhügeln sind vor allem die schriftlichen und bildlichen Zeugnisse in mehreren Felsenbildern bemerkenswert. Erst vor einem Jahr hatten dieselben Forscher in der Nähe andere Zeichen entdeckt, die man als Vorläufer der Hieroglyphen ansah (siehe hier).

Laut John Coleman Darnell, Professor in Yale und einer der Leiter des Elkab-Projekts, wurde an gleich drei Stellen im Wadi Umm Tineidba Felsenkunst gefunden, in der wichtige Szenen aus der Naqada-Kultur dargestellt sind. Als Naqada-Zeit wird die Epoche vor der ersten Dynastie, ca. 4500-3000 v.Chr., bezeichnet. Das beeindruckendste Bild sei etwa 5300 Jahre alt, sagt Darnell, und zeige verschiedene Tiere wie Bullen, Giraffen, Antilopen, Esel und ein Mähnenschaf. Die Darstellungen geben wichtige Hinweise auf die Religion und die symbolhafte Kommunikation, wie sie vor der Hieroglyphenschrift praktiziert wurde. Insbesondere die Darstellung der Mendesantilope müsste man zu den großen künstlerischen Leistungen des ganz frühen Ägyptens hinzuzählen.

Foto: Antikenministerium Ägypten

Neben den Felsinschriften fand die Mission auch ein Reihe von Grabhügeln. In einem davon liegt eine ca. 30-jährige Frau, die zur lokalen Oberschicht gehört haben muss. Neben Gefäßen wurde sie auch mit vielen Muscheln aus dem Roten Meer und Karneolperlen bestattet. Die weiteren Grabhügel werden hoffentlich noch einige Details aus dem Leben der Wüstenbewohner jener Zeit ans Licht bringen.

Etwas weiter südlich fand die ägyptisch-amerikanische Delegation dann noch Spuren einer Siedlung aus der spätrömischen Zeit. Aus den gefundenen Keramiken und anderen Überbleibseln datiert Darnell diese Siedlung auf etwa 400-600 n.Chr.; damit reiht sich dieser Fund ein in ähnliche Siedlungsfunde in der östliche Wüste – einer Gegend, die vor nicht allzu langer Zeit noch ein völlig weißer Fleck auf Ägyptens archäologischer Landkarte war. Dass es diesen „weißen Fleck“ inzwischen nicht mehr gibt, ist auch dem Elkab Desert Survey Project zu verdanken.

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3 Kommentar(e)

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  • Marion Rehm

    Ich möchte mich endlich mal dafür bedanken für die vielen tollen Infos. Ich bin ein begeisterter Leser und teile eure Informationen und Entdeckungen jederzeit gerne. Super toll. Macht bitte – wenn irgend möglich – so weiter. Ein faszienierendes Land mit fasnierenden überaus freundlichen Menschen. Für mich inzwischen ein zweites Zuhause. D A N K E

  • Selket

    Vielen Dank für die lieben Zeilen! 🙂 Wir tun unser bestes so weiterzumachen 😀

  • W.Jahn

    Tolle Recherche. Macht Spaß Ihre Informationen zu lesen.
    Vielen Dank!

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