Ein Team des Obersten Rates für Altertümer hat im heutigen Ehnasya el-Medina, westlich von Beni Suef, Artefakte aus verschiedenen Epochen gefunden: vom Mittleren Reich bis zur griechisch-römischen Zeit, in der die Stadt Herakleopolis Magna genannt wurde.
Aus dem Mittleren Reich stammen mit Hieroglyphen beschriftete Steinblöcke, von denen einer den Namen des Königs Sesostris III trägt. Dieser war während der 12. Dynastie mehr als 30 Jahre auf dem Thron und ist einer der bekanntesten Pharaonen des Mittleren Reichs.
Von den beiden Namenskartuschen des Sesostris III, von denen nur die oberen Hälften auf dem gefundenen Block abgebildet sind, zeigt die linke den Anfang des Thronnamens Chaikaure und die rechte den des Eigennamens Senuseret. In der griechischen Sprache wurde daraus Sesostris, der bis heute in der deutschsprachigen Ägyptologie verwendet wird; im Englischen wird er Senusret genannt.
Ein weiteres Fundstück aus der altägyptischen Zeit ist ein Steinblock mit dem Namen des Gottes Osir-Naref, dessen Kult hier gefeiert wurde und der eine lokale Abwandlung des Gottes Osiris war,
Ein weiterer besonderer Fund ist ein Marmorkopf der Aphrodite, der griechischen Göttin der Schönheit und Liebe. Der Kopf ist ca. 25 cm hoch und von erstaunlicher Qualität. So wurde das Gesicht mit dem welligen Haar besonders schön herausgearbeitet, meint Mohamed Abdel Badei von der Antikenbehörde.
Ebenfalls gefunden wurden Teile des Erweiterungsbaus einer römischen Basilika sowie Überreste eines dorischen Tempels. Erste Untersuchungen legen nahe, dass einige Teile des dorischen Tempels im 6. Jh.n.Chr. als Fundament für die Basilika wiederverwendet wurden.
Ein seltener Fund ist eine Terrakotta-Gussform für Münzen. Um welche Münze es sich handelt und zu welcher Zeit diese hergestellt wurden, wird leider nicht gesagt.
Ehnasya el-Medina, das heute ca. 40.000 Einwohner hat, spielte in der Vergangenheit eine große Rolle in Ägypten. Während der ersten Zwischenzeit, in der 9. und 10. Dynastie, ca. 2100 v.Chr., war es die Hauptstadt Unterägyptens. Aber auch nachdem Pharao Mentuhotep II. von Oberägypten aus die Stadt erobert und das Reich vereint hatte – und Theben damit Hauptstadt des nun geeinten Großreichs war –, blieb es ein wichtiger Verwaltungssitz mit großer religiöser Bedeutung, und erlangte in der griechisch-römischen Zeit unter dem Namen Herakleopolis Magna eine neue wirtschaftliche Blüte.






