In dem Teil der Nekrople Sakkaras, der als Bubasteion bekannt ist, fand ein ägyptisches Grabungsteam ein Grab aus dem Alten Reich, sowie ein untereinander verbundenes System von Grabschächten, in denen neben anderen Bestattungen auch drei noch versiegelte Steinsarkophage entdeckt wurden.
Der Fund erfolgte in der ersten Grabungssaison, die das Team im sogenannten „Sektor A“ durchführte, der westlich des Bubasteions liegt. Das nun entdeckte Grab aus dem Alten Reich gehörte einem Mann namens Sekhentyu-Ptah. In seiner Grabkapelle fanden die Archäolog:innen eine Scheintür, die sich noch in ihrer originalen Position befand.
Direkt vor dieser Scheintür fand sich ein rituelles Begräbnisset aus Alabaster für die Bestattungszeremonien, das einen Opfertisch, eine Opferscheibe, ein rituelles Reinigungsbecken und ein Wasserkrug neben einem weiteren Becken enthielt. Dass diese Dinge in ihrem originalen archäologischen Kontext vorgefunden wurden, ist dem Forschungsteam besonders wichtig, da es Einblicke in die Bestattungsriten im Alten Reich gibt.
Auf der Scheintür sowie den davor platzierten Gegenständen fanden die Forschenden Hieroglyphen, die Namen und Titel des Verstorbenen verraten. Der Beamte hieß Sekhentyu-Ptah; er war königlicher Kammerherr, Aufseher über alle königlichen Arbeiten, Hüter der Geheimnisse der königlichen Befehle, Aufseher der Schreiber sowie Priester der Maat. Die Titelsammlung zeigt, das er in der königlichen Verwaltung eine gehobene Stellung einnahm. Leider gbt es in der ersten Presseerklärung keinen Hinweis darauf, welchem König des Alten Reichs er diente oder in welche Dynastie das Grab zeitlich einzuordnen ist.
System von Grabschächten aus späterer Zeit
Ebenfalls entdeckte die Grabungsmission ein ausgedehntes System von Grabschächten, die untereinander verbunden waren. Einige dieser Verbindungsöffnungen waren wohl von antiken Grabräubern erstellt worden, denn die meisten Grabkammern wurden beraubt vorgefunden. Dennoch entdeckten die Archäologinnen noch einige Grabbeigaben, darunter viele bunt bemalte Sargkartonagen.
Die drei noch original erhaltenen und ungeöffneten Steinsarkophage sowie über 100 Ushebti-Figuren sind aber sicher die bedeutendsten Funde in der Grabschacht-Anlage. Verwunderlich, dass davon bislang keine Fotos veröffentlicht wurden. Ebenfalls bleibt in der Presseerklärung die Frage offen, ob man die versiegelten Sarkophage schon geöffnet hat.
Weitere Funde sind z.B. die hölzerne Figur eines Falken, Keramikgefäße und, wie es so schön heißt, weitere „vielfältige archäologische Objekte“. Auch davon kein einziges Foto. Unter früheren Antikenministern waren die Pressemitteilungen ergiebiger.
Es bleibt zu hoffen, dass die angekündigte Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einem wissenschaftlichen Journal bald kommt, die dann sicher weitere Informationen (und Fotos) zu dem Fund liefert.





Nur ausgehend von den Titeln würd ich vorerst mal vermuten, dass Sekhentyu-Ptah der 5./6. Dynastie zugehörig ist? Auf jeden Fall spannend, mal sehen, wann man dazu mehr Einzelheiten erfahren wird – danke für den Blogbeitrag!
spannende neue Entdeckung, hoffentlich werden bald mehr Details veröffentlicht u.a.nachdem die Sarkophage geöffnet wurden
Schön, dass jetzt so deutlich angesprochen wurde, was ich mir in der letzten Zeit häufiger dachte: Die Mitteilungen des Antikenministeriums sind arg unbestimmt geworden und lassen mehr Fragen offen, als dass sie beantworten…
Ja, wirklich ärgerlich: Da werden in eime Grab aus dem Alten Reich versiegelte Sarkophage gefunden (eigentlich eine kleine Sensation) und es gibt kein Foto davon und auch keine Informationen, ob sie Inschriften hatten und ob sie bereits geöffnet wurden oder wann man dies zu tun gedenkt.
Hinzu kommt, dass die zu den Pressemeldungen veröffentlichten Fotos immer unkommentiert bleiben, so dass wir uns oft fragen, was genau darauf zu sehen ist und welches Foto wohl zu welchem Teil der Meldung passt. Das könnte das MoTA viel besser machen, wenn jemand mit Ahnung mal über die Presseerklärungen drübergucken würde.
Bei ausländischen Missionen gibt es manchmal eine eigene Grabungsseite oder social media Präsenz, wo man sich bessere Informationen holen kann. Aber die dürfen immer erst ein paar Tage später veröffentlichen, wenn das MoTA es als Erster bereits gemeldet hat. Und bei rein ägyptischen Missionen ist (uns) selten eine eigene Missionsplattform bekannt. Bleibt die Hoffnung auf einen wiss. Artikel, bei dem dann nicht nur seriöse Informationen geliefert werden sondern auch immer ein Ansprechpartner genannt wird, den man bei Fragen kontaktieren kann.