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Hunderte Ushebtis von König Scheschonq III. in Tanis gefunden

An der archäologischen Stätte bei San el-Hagar, dem antiken Tanis, fand ein französisches Team 225 Ushebtis mit dem Namen von Scheschonq III, einem König der 22. Dynastie. Obwohl Scheschonq III in Tanis ein eigenes Grab hatte, wurde dieser Fund nun im Grab eines ganz anderen Königs gemacht

Die Stadt Tanis, im nordöstlichen Nildelta gelegen, war zu Beginn der 3. Zwischenzeit die Hauptstadt des altägyptischen Reichs. Mehrere Könige der 21. und 22. Dynastie ließen sich daher hier bestatten. Auch Scheschonq III (oft auch Schoschenq geschrieben) baute hier sein Grab. Dennoch wurden seine Ushebtis nun im Grab seines Vorgängers Osorkon II. entdeckt.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Die Ushebtis wurden „in situ“, also an ihrem originalen Platz, in einer Schlammschicht gefunden, die sie wohl gut geschützt hat, denn die Figurinen sind in einem hervorragenden Zustand. Fundort ist eine nördliche Kammer im Grab von König Osorkon II., dem Vorgänger von Scheschonq III. Dort lagen sie direkt neben einem unbeschrifteten Granitsarkophag, dessen Besitzer bis dato umstritten war. Nach diesem Fund wird nun vermutet, dass auch der schlichte Sarkophag zu König Scheschonq III gehören könnte.

Im eigentlichen Grab des Scheschonq III waren Hinweise auf mehrere andere Bestattungen gefunden worden, aber der Sarkophag des Königs selbst war leer vorgefunden worden. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob Scheschonq III wirklich im Grab seines Vorgängers bestattete wurde oder ob er in dem unbeschrifteten Sarkophag in späterer Zeit aus dem eigenen Grab hierher umgebettet wurde. Dabei helfen könnte vielleicht auch eine bisher unbekannte Inschrift auf einer Wand, die nun ebenfalls entdeckt wurde.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Die französische Mission gräbt in Tanis bereits seit 1929. Die jetzigen Entdeckungen wurden bei Arbeiten gemacht, die dem Schutz, der Reinigung und der Entsalzung der Nekropole dienen sollen. Der aktuelle Leiter der Mission, Frédéric Payraudeau von der Pariser Sorbonne Universität, kündigte die genaue Untersuchung der neuen Inschrift in der Nordkammer an, um hoffentlich weitere Informationen zur Bestattung von König Scheschonq III zu erhalten.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

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