Alle Beiträge in Aus der Forschung

In der Nord- und Westwand soll es laut Reeves geheime Durchgänge geben. Faksimile von Tuts Grab

Neueste Scans an Tutanchamuns Grab: Das Rätselraten geht weiter

Die letzten Scans des Grabes von Tutanchamun haben angeblich „Anomalien“ links und rechts der Grabkammer ergeben, schrieb Der Tagesspiegel in einer Meldung bereits vorgestern. Der frühere Antikenminister Mamdouh Eldamaty soll bei einem Vortrag bestätigt haben, dass die von Drohnen aus der Luft gemachten Scans eine große Anomalie links und eine kleinere rechts der Grabkammer gezeigt hätten. Er könne aber noch nicht sagen, was diese Anomalien bedeuteten, denn er sei schließlich Wissenschaftler und kein Spekulant.

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Papyrus aus dem Archäologischen Nationalmuseum Florenz

Altägyptische Tinte enthielt auch Kupfer

Röntgen-Untersuchungen der Tinte von 2000 Jahre alten ägyptischen Papyri hat ergeben, dass in der kohle-basierten schwarzen Tinte auch Anteile an Kupfer enthalten waren. Da sich die Zusammensetzung der Tinte aus unterschiedlichen Zeiten und Orten kaum unterscheidet, kann angenommen werden, dass die Herstellung der schwarzen Tinte – zumindest in jener Zeit – in ganz Ägypten nach einem standardisierten Verfahren erfolgte.

Papyri aus griechisch-römischer Zeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Thomas Christiansen, der derzeit für das Ägyptische Museum Turin arbeitet, untersuchte insgesamt 12 Papyrus-Fragmente aus der Carlsberg-Sammlung der Universität Kopenhagen. Ein Teil der Papyri stammte aus den privaten Unterlagen eines Soldaten namens Horus, der ca. 150-100 Jahre vor unserer Zeitrechnung in Pathyris (heute Gebelein) stationiert war. Der andere Teil der Papyri stammt aus der Bibliothek des Tebtunistempels (heute Umm el-Breigât) und wird in die ersten zwei Jahrhunderte u.Ztr. datiert.

In einem Forschungsbericht im Onlinejournal »Scientific Reports« stellen die Wissenschaftler nun erste Ergebnisse der Untersuchungen an vier der Fragmente vor. Für technisch interessierte Leser sei erwähnt, dass die Untersuchungen u.a. am ESRF in Grenoble und mit Hilfe von auf Synchrotronstrahlung basierenden Röntgenfluoreszenz-Scans (XRF) und auch mittels der Röntgen-Nahkanten-Absorptions-Spektroskopie (XANES) durchgeführt wurden.


Herstellung von Farben mit Kupfer bekannt

Obwohl die untersuchten Papyri aus unterschiedlichen Jahrhunderten und unterschiedlichen Gegenden Ägyptens stammen, fanden sich in allen verwendeten Tinten Spuren von Kupfer, vorwiegend aus den Mineralien Cuprit, Azurit und Malachit. Diese Mineralien finden sich in Ägypten hauptsächlich in der östlichen Wüste und auf der Sinai-Halbinsel. Ihre Verwendung bei der Herstellung von grüner und blauer Farbe, z.B dem Ägyptisch Blau, war schon länger bekannt.

Standardisiertes Verfahren zur Tintenherstellung?

Wegen der erkannten Kupferverbindungen vermuten die Forscher, dass sie entweder aus der Metallgewinnung oder der Glas- bzw. Glasurherstellung stammen. In all diesen Prozessen fällt Ruß an, der vermutlich dann zur Herstellung der schwarzen Tinte verwendet wurde. Und da die Tintenproben einen Zeitraum von 300 Jahren abdecken, kann ausgeschlossen werden, dass es sich hier nur um eine zufällige oder einmalige Tintenmischung handelte. Im Gegenteil: Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurde die schwarze Schreibtinte anscheinend nach demselben Verfahren hergestellt!

Zukünftig „Tinten-Fingerabdruck“ möglich?

Am Ende ihres Berichts weisen die Forscher auf zwei Nebeneffekte ihrer Forschung hin. So ist die Tintenzusammensetzung zwar sehr ähnlich, aber im Hinblick auf die Kupfer-Spezifikationen eben immer auch ein klein wenig unterschiedlich, sogar innerhalb von Fragmenten desselben Dokuments. Das könnte es ermöglichen, eine Art „Tinten-Fingerabdruck“ zu erstellen und damit die Zugehörigkeit von Fragmenten zu bestimmten Papyri zu bestimmen.

Ein weiterer Nebeneffekt könnte sein, dass die Konservierungsmethoden für Papyri überdacht werden. Es ist bekannt, dass kupferhaltige Pigmente den Zerfall zellulosehaltiger Materialien, wie es Papyrus nun einmal ist, begünstigen. Die Erkenntnis, dass die schwarze Tinte Kupferspuren enthält, könnte zu neuen Überlegungen führen, wie man Papyrus lagern sollte und haltbar machen kann.

Wann genau die kupferhaltige Tinte in Ägypten eingeführt wurde, muss noch näher untersucht werden. Vielleicht hing das auch mit dem verwendeten Schreibmaterial zusammen, denn die hier untersuchten Papyri scheinen alle eher mit dem griechischen Schilfstift Kalamos als mit dem ägyptischen Schilfpinsel, einem zerkauten Schilfrohr, geschrieben worden zu sein.

Streit um Hohlraum in der Cheops-Pyramide

Kaum ist die Nachricht über einen bisher unentdeckten Hohlraum in der Cheops-Pyramide veröffentlicht, kommt auch schon der Ärger von allen Seiten. Ohne ihre Ergebnisse zuerst mit Ägyptologen zu besprechen, haben die Wissenschaftler des ScanPyramids Projekts ihre Ergebnisse direkt veröffentlicht, so der Vorwurf. Das Antikenministerium reagiert dementsprechend verschnupft auf die vorschnellen Äußerungen der Forscher, die von einem bisher unbekannten Hohlraum sprechen.

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Stufenpyramide von Sakkara. Bild aus dem Jahr 2011

Restaurationsarbeiten an Stufenpyramide in Sakkara sollen noch 2017 beendet sein

Viele von uns kennen die Stufenpyramide quasi nur in ihrem „Kleidchen“ aus Gerüsten. Seit 2006 wird die Pyramide des Djoser in Sakkara restauriert und nach Geldmangel und angeblichen Pfusch am Bau (wir berichteten) sind die Arbeiten des Öfteren ins Stocken geraten. Aber jetzt sollen die Restaurionsarbeiten nach über 10 Jahren tatsächlich abgeschlossen sein. Die Stufenpyramide von Sakkara soll Ende diesen Jahres in ihren – hoffentlich – alten Glanz erstrahlen.

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