Aus der Forschung

Bisher unbekanntes Relief im Esna-Tempel freigelegt

Ein deutsch-ägyptisches Team hat bei seinen Reinigungs- und Restaurationsarbeiten im Tempel von Esna ein einzigartiges Relief freigelegt. Über dem Eingangstor zeigt es eine Doppelreihe von Geiern, von denen einige den Geierkopf der oberägyptischen Göttin Nechbet und andere den Schlangenkopf der unterägyptischen Göttin Wadjet tragen. Eine solche Darstellung hatte es bislang nirgendwo gegeben und sie war auch nicht von dem französischen Ägyptologen Serge Sauneron erwähnt worden, der in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts den Tempel untersucht hatte.

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Rekonstruktion des Gesichts der Mumie von Schepenese

Die Mumie der Schepenese (auch Shep-en-Isis genannt) ist eine der bekanntesten ägyptischen Mumien in der Schweiz. Sie gelangte bereits 1820 in das Alpenland und ist, zusammen mit ihren zwei Holzsärgen, im barocken Büchersaal der Stiftsbibliothek St. Gallen ausgestellt. Schepenese lebte vermutlich zwischen 650 und 610 v.Chr. (Spätzeit, 26. Dyn.) und war die Tochter eines thebanischen Amunpriesters namens Pestjenef. Wissenschaftler des FAPAB Research Centers (Forensic Anthropology, Paleopathology and Bioarchaeology) haben in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Experten Cicero Moraes nun anhand von CT-Bildern eine forensische Rekonstruktion des Kopfes von Schepenese erstellt.

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Neue Scans an der Cheops-Pyramide geplant

Eine Gruppe hauptsächlich US-amerikanischer Physiker plant eine weitere Scanserie mit Hilfe der Myonen-Technologie an der großen Pyramide von Gizeh. Diese Forschungsmission, die sich „Exploring the Great Pyramid“ (EGP) nennt, will mit einem großen Myonen-Teleskop-System arbeiten, das eine 100-fach höhere Sensibilität haben soll, als die zuletzt benutzte Technik. Aufgrund der Größe der dafür benötigten Technik-Container, die 12m lang sind, sollen die Detektoren diesmal nicht im Inneren der Pyramide sondern außen, an deren Rand, aufgestellt werden.

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Das Who-is-who der Mumien: Amenophis I.

Die Mumie von Amenophis I. wurde 1881 im Mumienversteck (Royal Cache) in Deir el-Bahari gefunden. Das ursprüngliche Grab dieses Königs ist unbekannt. Seine Mumie ist eine der ganz wenigen Königsmumien, die im späten 19. Jh. nicht ausgewickelt wurden, sondern bis heute bandagiert in ihrem Sarg liegen. Aus diesem Grund war aber bisher auch nicht viel bekannt über diese Mumie. Im Jahr 2019 durchleuchtete nun die Radiologin Dr. Sahar N. Saleem, Professorin an der Universität Kairo, die Mumie und erstellte mittels CT-Scans zwei- und dreidimensionale Bilder der Totenmaske, der Bandagen und der virtuell ausgewickelten Mumie. Ihr Untersuchungsbericht erschien im Dezember 2021 in dem wissenschaftlichen Journal »Frontiers in Medicine« (siehe Textende).

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Muss die Geschichte der Mumifizierung neu geschrieben werden?

Im Jahr 2019 machten ägyptische Archäologen in Sakkara eine außergewöhnliche Entdeckung. Das 4500 Jahre alte Grab des Khuwy aus der 5. Dynastie war insofern besonders, weil es noch in den schönsten Farben erstrahlte (wir berichteten). Aber es gab auch noch eine andere Besonderheit: in dem Grab befanden sich noch die sterblichen Überreste von Khuwy. Eine Seltenheit bei so alten Gräbern und Khuwy schien war für seine Zeit außergewöhnlich sorgfältig mumifiziert worden zu sein . Das Grab könnte also die Geschichte der Mumifizierung umschreiben, denn 1000 Jahre früher könnte sie schon ausgereifter gewesen sein als bisher angenommen. Die Mumienexpertin Salima Ikram von der Universität Kairo und ihre Forschungskollegen wollten der Sache auf den Grund gehen.

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