Alle Beiträge in Aus der Forschung

Eine Katze unter dem Stuhl ihres Frauchens. Archäologisches Museum in Florenz, Neues Reich, 18. Dynastie

Prägten die alten Ägypter das Wesen unserer Katzen?

Viele werden die Antwort auf die Frage wahrscheinlich erst einmal mit ja beantworten. Galt doch Ägypten viele Jahre lang als das Land, wo unsere Schmusetiger den ersten Kontakt mit Menschen hatten. Nirgendswo sonst sieht man eine so intensive Beziehung zwischen Mensch und Katze wie im Land am Nil, wo wir Katzen auf zahlreichen Grabwänden, Statuen und Amuletten sehen und sie sogar als Göttin Bastet verehrt wurde. Schon um das Jahr 1950 v. Chr.  finden wir die erste Abbildung einer Katze: Mit starrem Blick auf eine sich nähernde Ratte ist sie in dem Grab des Gouverneurs Bakhet III. in Beni Hassan verewigt.

Doch die Sicht der Dinge änderte sich im Jahr 2004 als Archäologen auf ein Grab auf Zypern stießen. Hier lag ein Mensch zusammen mit einer Katze, die beide um 9500 v. Chr. bestattet wurden. Der Schluss, den die Forscher daraufhin zogen: Katzen lebten schon mit Menschen zusammen noch bevor das pharaonische Ägypten begann. Eroberten die Katzen also gar nicht von Ägypten aus die Welt?

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Zehenprothese einer Mumie aus einem thebanischen Grab, frühes 1. Jahrtausend v. Chr., Ägypt. Museum Kairo. © Universität Basel, LHTT. Foto: Matjaž Kačičnik

Prothetik im alten Äypten: große Zehenkunde

Ein internationales Forschungsteam hat die 3000 Jahre alte Holzprothese eines großen Zehs, die man an einer altägyptischen Mumie gefunden hatte, mit neuesten wissenschaftlichen Methoden erneut untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um eine hervorragende Arbeit handelt, sowohl was die Ästhetik angeht, als auch die verarbeiteten Materialien und vor allem die Alltagstauglichkeit der Prothese. Sie zeugt vom großen Wissen und Können der altägyptischen Mediziner und Kunsthandwerker.

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Die Mumie von Ahmose (18. Dynastie) im Luxor-Museum

Erbgut der Ägypter hat sich in 1500 Jahren verändert

Eine neue Studie deutscher Forscher belegt, dass die Genome altägyptischer Mumien mehr mit Menschen im Nahen Osten und an der östlichen Mittelmeerküste zu tun haben, die heutigen Ägypter aber mehr mit den Menschen des südlichen Afrikas verwandt sind. Demnach hat sich der Genpool der Ägypter in den letzten 1500 Jahren stark verändert.

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Jäger mit Jaghdhund und Manguste an der Leine. Grab des Baqet I, Beni Hassan. Foto: Linda Evans, Australian Center for Egyptology, Macquarie Universität, Sydney

Spaziergang mit einer Manguste? Ägyptologen staunen.

Die 4000 Jahre alten Gräber der Nekropole von Beni Hassan wurden nach Reinigungs- und Konservierungsarbeiten nun erneut wissenschaftlich untersucht. Dabei gab es einige dicke Überraschungen, denn man fand Abbildungen, die noch niemand zuvor gesehen hatte. So konnten die Forscher bestätigen, dass es hier tatsächlich das weltweit einzige Abbild einer an einer Leine geführten und anscheinend domestizierten Manguste gibt. Außerdem fanden die Wissenschaftler die ebenfalls sehr ungewöhnliche und farbenfrohe Darstellung eines Pelikans sowie von Fledermäusen und sogar Schweinen.

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Gehörte das Grab 8 in Paphos auf der Insel Zypern einem Ptolemäer? Bild von Stefan Bellini (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

Grab eines ptolemäischen Prinzen auf Zypern identifiziert?

In Paphos, im Südwesten Zyperns, glauben Wissenschaftler das Grab eines 12-jährigen ptolemäischen Prinzen identifiziert zu haben. In dem Grab soll Ptolemaios Eupator, Sohn von Ptolemaios VI. Philometer und Kleopatra II., bestattet worden sein, der wahrscheinlich für eine kurze Zeit als Co-Regent seines Vaters regierte. Nur zwei Jahre nachdem er seinen Rang erhielt, starb der junge Prinz 152 v. Chr. auf Zypern.

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