Bild: Antikenministerium Ägypten

Tanis wird zum Freilichtmuseum

Tanis (heutiges Ṣān al-Ḥaǧar) wird zum Freilichtmuseum. Die im nordöstlichen Nildelta gelegende Hauptstadt der 21. Dynastie soll Anfang September Ihre Pforten für Besucher öffnen.

Bevor damit begonnen wurde die alte Hauptstadt zu neuem Glanz zu verhelfen, muss Tanis ein trauriges Bild abgegeben haben. Auf dem gesamte Areal lagen wild verstreut Steinblöcke, Säulen, Statuen und Stelen, die durch steigendes Grundwasser und Erosion einiges an Schaden genommen hatten. Eine nahe an den Stätten angelegte Fischfarm tat ihr übriges…

Anfang der 2000er begann dann endlich ein Projekt zur Senkung des Grundwasserspiegels und eine Mauer wurde zum Schutz des Areals hochgezogen. Doch es dauerte bis Dezember 2017 bis das Antikenministerium ein umfassendes Rettungsprojekt startete.

Die Forscher begannen die monumentalen Zeugnisse, die überall im Sand zerstreut lagen, zu dokumentieren, restaurieren und sie wieder auf Betonplatten aufzurichten, wie Mostafa el-Waziri, Generalsekretär der Altertümerverwaltung der Ahram Weekly erklärte.

So seien schon alle Statuen von Ramses II., die seit ihrer Entdeckung im späten 19. Jahrhundert im Sand gelegen haben, restauriert und auf Betonbefestigungen aufgerichtet, um sie vor weiterem Grundwasser zu schützen. Die Statuen sind aus rotem Granit, bis zu 6,50 hoch und wiegen 30 Tonnen.

Obwohl mehrere Ausgrabungen seit nunmehr 100 Jahren dort stattgefunden haben, sei Tanis noch lange nicht komplett archäologisch erschlossen, so Waziri. In Tanis fanden die Forscher viele archäologische Zeugnisse aus fast der gesamten Geschichte Ägyptens, weshalb Tanis auch das „Luxor des Nordens“ genannt wird. Wegen den vielen Funden aus der Zeit Ramses II. wurde Tanis lange für Pi-Ramesse gehalten. Erst viel später fanden die Forscher heraus, dass Pi-Ramesse etwa 30km südlich von Qantir lag und als Steinbruch für das Tanis herhalten musste

Erst kürzlich stießen die Archäologen auf einen roten Tempelquader von Ramses II., die den Pharao bei der der Opferung von Gaben an einem unbekannten Gott zeigt.

Zudem fanden sie drei weitere zerbrochene Stelen von Sesostris III. (Mittlere Reich), Pepi I. und Cheops (Alte Reich), einen Meter unter der Erdoberfläche. Aus dem Mittleren Reich entdeckten sie ein Atrium mit Sturz von Pharao Sesostris I. und eine Säule von Amenemhat I. Die Funde in Tanis reichen vom Alten Reich bis in die 2. Zwischenzeit.

Die Arbeiten seien in vollen Gange, um die Stätte Anfang September neu zu eröffnen, so Waziri zu der Ahram Weekly. Ein Team aus Luxor hilft zur Zeit bei den Arbeiten, damit der Zeitplan nicht in Verzug gerät.

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  • proxima

    noch ein grund mehr wieder nach kairo zu fliegen…..
    tanis war schon lange auf meiner liste, jetzt freue ich mich noch viel mehr darauf.

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