Die mumifizierten Überreste von Menschen liegen zwischen Fragmenten von Sarkophagen, Stoffen und Scherben. Das Grab wurde bereits in der Antike mehrfach ausgeraubt und durch ein Feuer beschädigt.
Foto: Matjaz Kacicnik, Universität Basel/Ägyptologie

Über 50 Mumien im Tal der Könige gefunden*

Eine sensationelle Entdeckung gelang den Schweizer Archäologen der Universität Basel im Tal der Könige. In einem Grab fanden sie über 50 Mumien. Ein Teil der hier bestatteten Mumien sollen Familienmitglieder der beiden Pharaonen Thutmosis IV. und Amenophis III. gewesen sein.

Im Hauptraum und in drei Seitenräumen stießen die Forscher auf die mumifizierten Überreste von über 50 Personen. Über 30 davon konnten bisher identifiziert werden. Titel wie „Königssohn“ und „Königstochter“ belegen die nahe Verwandtschaft zu den beiden Pharaonen. Durch hieratischen Inschriften konnten acht bisher unbekannte königliche Töchter, vier Prinzen und mehrere ausländische Damen identifiziert werden.

Die meisten Mumien sind die von Erwachsenen aber auch einige Kinder wurden hier bestattet. Darunter befinden sich eine beachtliche Anzahl von sorgfältig mumifizierten Neugeborenen und Kleinkindern, die normalerweise viel einfacher bestattet wurden, so Prof. Susanne Bickel von der Basel Universität. Wahrscheinlich war dies über mehrere Jahrzehnte die letzte Ruhestätte der Familienmitglieder von Thutmosis IV. und seinem Sohn Amenophis III.


[werbung-gr]

Bei dem Grab handelt es sich um KV40, das zwar schon 1899 entdeckt aber bisher nicht weiter untersucht wurde. Seit drei Jahren arbeiten nun Basler Ägyptologen im Rahmen des „University of Basel Kings‘ Valley Project“ in dem Schachtgrab, auf das nur eine Senke im Boden hindeutete.

Das Grab wurde schon mehrfach in der Antike ausgeraubt. Zuletzt Ende des 19. Jahrhunderts. Die Überreste der Grabbeigaben und die Wände des Grabes sind von Feuer stark angegriffen. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich Grabräuber, die das Feuer mit ihren Fackeln entzündet haben könnten, so Professor Bickel.

Die Überreste von verschiedenen Sarkophagen belegen eine Wiederverwendung des Grabes im 9. Jh. v. Chr. Das Grab wurde zu der Zeit aber nicht mehr von königliche Familienmitgliedern genutzt sondern für Angehörige von Priestern.

Quelle: Olivia Poisson, Universtität Basel auf Eurekalert

Die Schweizer Archäologen sorgten auch schon Anfang 2012 mit der Entdeckung des Grabes KV64 im Tal der Könige für Schlagzeilen.

*Die Angabe mit den 60 königlichen Mumien, die Ahram Online als erste Nachrichtenquelle publiziert hat, ist daher wahrscheinlich falsch. Einige Mumienteile werden auch in die spätere Zeit gehören. Die Überschrift habe ich entsprechend geändert.

Zuletzt am 29.04. 09.27 Uhr

Das könnte Dich auch interessieren

  • Bruno von Büren Landstr. 41 8633 Wolfhausen

    Bin mal gespannt, ob auch das Grab von Anchesenamun (Gattin von TUT) gefunden wird. War Sie doch mit vier Pharaonen verheiratet. – 1. Vater Echnaton, 2. TUT, 3. Aye, 4. Haremhab. — Wer weiss mehr?

Kommentar schreibenBitte sei höflich. Wir wissen das zu schätzen

Dein Kommentar