Wichtige Fragmente eines Totenbuch-Papyrus schlummerten 100 Jahre im Museum

Eigentlich wollte Dr. John Taylor, Kurator der Mumien-Abteilung im British Museum, nur eine Mumien-Ausstellung in Brisbane (Australien) eröffnen. Als sein Blick auf ein Papyrusfragment mit einem altbekannten Namen fiel, traute er zuerst seinen Augen kaum. Doch die Sichtung weiterer 100 Fragmente bestätigte schließlich seinen Verdacht. Bei den Papyrusfragmenten handelt es sich um Teile des Totenbuch-Papyrus von Amenhotep, der als Baumeister und Priester des Amun um 1500 v. Chr. lebte.

Teile des Totenbuch-Papyrus wurden bereits im späten 19. Jahrhundert entdeckt und liegen heute verstreut in den großen ägyptischen Museen dieser Welt. Das Totenbuch des Amenhotep kann im British Museum, im Boston Museum of Fine Arts und im Metropolitan Museum of Art in New York besichtigt werden.

Dr. Taylor betonte die Bedeutsamkeit seines Fundes. Amenhotep war nicht nur irgendjemand, sondern ein sehr hoher Beamter seiner Zeit. Er bezeichnete den Fund als die Entdeckung seines Lebens. Er vermutet die Länge des Totenbuches auf 20m, womit es eines der längsten und historisch bedeutsamsten Totenbücher aus dem alten Ägypten wäre.


Der Museumsdirektor des Queensland Museums, Ian Galloway, ist überrascht, dass so wertvolle Objekte jahrelang in seinem Museum geschlummert haben. Die Fragmente des Totenbuchs sind vor 100 Jahren von einer Frau an das Museum gespendet worden und wurden bis zu der Mumien-Ausstellung noch nie öffentlich gezeigt. Galloway will nun versuchen, die Familie ausfindig zu machen, um mehr über die Vergangenheit der Fragmente zu erfahren.

Weil der Papyrus sehr fragil ist, soll er weiterhin im Queensland Museum bleiben. Experten sollen anhand von Fotos versuchen, die Teile am Computer zusammenzusetzen. Wenn das Totenbuch komplett rekonstruiert werden kann, soll es mehr Aufschlüsse über die Zusammensetzung der religiösen Texte geben.

Ein Video und Foto findet ihr bei ABC News

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  • Adrian

    Kann mir mal jemand erklären wieso die Frau Papyrus Dokumente an ein Musem spendet die uralt sind und keiner interessiert sich dafür? Unglaublich. Das Museum hat die Dokumente echt nicht verdient. 100 Jahre später wollen die jetzt Kontakte mit der Familie aufnehmen. Wenn ich denke wie das Leben vor 100 Jahren in Deutschland war… da hat sich einiges geändert.

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