Gebäude aus der Hyksos-Periode am Suez-Kanal gefunden

Ein ägyptisches Grabungsteam sucht in Tel Habuwa, etwa 3 km östlich des Suez-Kanals, nach den Befestigungsanlagen, mit denen Ägypten seine Grenzen zu den östlichen Nachbarvölkern sicherte. Jetzt fanden sie bei ihren Grabungen mehr oder weniger zufällig Überreste von Verwaltungsgebäuden und Getreidespeichern aus der 2. Zwischenzeit und dem Neuen Reich, also etwa 1600 v.Chr., die Rückschlüsse über den Kampf des Königs Ahmose I. gegen die Fremdherrscher, die Hyksos, zulassen.

Die gefundenen Verwaltungsgebäude waren zweistöckig und bestanden aus mehreren Lehmziegelräumen und Innenhöfen. Darin fanden sich auch einige Sarkophage und Skelette von Tieren und Menschen. Erste Untersuchungen der Schädel und Knochen zeigen erhebliche Verletzungen, die wohl von Stichwaffen oder Pfeilen stammen, und von der Gewalt zeugen, mit der die Befreiungsarmee des Pharaos Ahmose I. gegen die Hyksos kämpfte, meint Antikenminister Mohamed Ibrahim. Und Grabungsleiter Mohamed Abdel Maqsoud ergänzt, dass auch Überreste von abgebrannten Gebäuden gefunden wurden, was überlieferte Berichte von einer Feuersbrunst bestätigt, die es während der Kämpfe gegeben haben soll.

Abdel Maqsoud weist auch auf einen Zusammenhang mit dem Papyrus Rhind hin, der sich im Britischen Museum London befindet. Darin wird erwähnt, dass Pharao Ahmose I., bevor er die im Delta gelegene Hauptstadt Avaris belagerte, die Festung Tharo einnahm, um die Hyksos von jeglicher Unterstützung durch Verbündete aus dem Osten abzuschneiden. Als man 2003 die Befestigungsanlagen von Tharo fand, gab es nur Belege für Tharos Existenz im Neuen Reich. Die jetzt gemachten Funde beweisen jedoch, dass Tharo lange davor gegründet und bereits von den Hyksos als Militärbasis nach Osten hin benutzt wurde.


Die gefundenen Getreidespeicher stammen teilweise auch aus den Regierungszeiten von Thutmosis III. und Ramses II. und belegen mit ihrem eindrucksvollen Fassungsvermögen von mehr als 280 Tonnen Getreide, wie groß das an der östlichen Grenze stationierte ägyptische Heer gewesen sein muss.

Laut Antikenminister Ibrahim soll die gesamte Stätte mit ihren Festungen einmal als Open Air Museum für militärische Geschichte dienen und so die touristische Entwicklung der Suez-Region stärken.

Wie die Luxor Times zudem berichtet, fanden die Forscher auch vulkanisches Material von dem Vulkan auf Santorin, etwa 800 km entfernt, der um ca. 1600 v. Chr. ausbrach. Wahrscheinlich löste der Vulkanausbruch einen gewaltigen Tsunami aus, der Teile der Sinai-Küste, des Deltas und halt auch Tel Habuwa überschwemmte.

Quellen: Luxor Times und Ahram Online

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