Gizeh: Wandbild in 4300 Jahre altem Priestergrab entdeckt

Auch wenn Gizeh natürlich hauptsächlich für seine Pyramiden bekannt ist, so finden sich auf dem Plateau auch eine Reihe von Gräbern hoher Beamter des Alten Reiches. Seit 1996 forscht dort auch ein Team der Russischen Wissenschaftsakademie. Dieses Team entdeckte 2012 bei Restaurationsarbeiten in einem Grab eine Wandbemalung, versteckt unter einer Schicht von Schmutz und Ruß. Das Bild enthält Szenen aus dem alltäglichen Leben, z.B. von der Jagd, vom Segeln und der Familie des Verstorbenen.

Das Grab besteht aus einem zentralen Raum, einem Raum für die Grabbeigaben und der eigentlichen Grabkammer. Es wurde bereits im 19. Jahrhundert entdeckt und von Karl Richard Lepsius und Auguste Mariette beschrieben. Man sei daher sehr erstaunt gewesen, an der östlichen Wand des zentralen Raumes ein bisher unbekanntes Wandbild aus dem Alten Reich zu finden, so Maksim Lebedev, Professor der Russischen Staatsuniversität für Geisteswissenschaften, in einem Artikel bei Live Science. Die Restaurationsarbeiten an der Wand beinhalten vorwiegend das Entfernen von Schmutz und Ruß, die sich nicht erst seit dem 19. Jahrhundert auf den Wänden abgelagert haben, sondern die auch daher stammen, dass seit dem Mittelalter immer wieder Menschen in diesem und anderen Gräbern wohnten und darin natürlich auch Feuer machten.

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Das Grab diente ursprünglich als letzte Ruhestätte für einen Mann namens Perseneb, der in der späten 5. Dynastie (ca. 2450-2350 v.Chr.) ein Priester und Verwalter war. Er ist in einer Szene zusammen mit seiner Frau und seinem Hund dargestellt. In anderen Szenen sieht man Boote, die auf dem Nil nach Süden segeln, die Jagd auf Vögel im Sumpfland oder landwirtschaftliche Arbeiten, wie Säen und Pflügen. Nur etwa 30% des auf eine dünne Gipsschicht gemalten Bildnisses seien noch erhalten. Dennoch ist Lebedev zuversichtlich, dass daraus sämtliche Szenen vollständig wiederhergestellt werden können.

In dem Areal, in dem das russische Team gräbt, forscht und restauriert, liegen noch einige weitere Gräber, in denen man auch Wandmalerein finden könnte. Denn viele dieser Gräber wurden im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gar nicht oder nur oberflächlich ausgegraben und dokumentiert. In manchen Gräbern finden sich sehr grob geputzte Wände, die vermutlich erst von den späteren Bewohnern der Gräber so hergerichtet wurden. Unter diesen „neuen“ Putzschichten könnten sehr wohl noch weitere Malereien aus dem Alten Reich zu finden sein, hofft Lebedev.

Das Grab des Perseneb wurde im vergangenen Jahr 2013 teilweise restauriert. Die russische Mission wird die Ergebnisse ihrer Arbeit bald in einem wissenschaftlichen Bericht veröffentlichen. Bis dahin kann man sich aber zumindest einen Teil ihrer Arbeit auf einer sehr interessanten Bilderstrecke bei Live Science ansehen.

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