Links: Die Skulptur der Gesichtsrekonstruktion der 3400 Jahre alten Mumie von Tutanchamuns biologischer Mutter mit dem Spitznamen "Younger Lady".
Rechts: Die Gesichtsrekonstruktion der “Younger Lady”- Mumie neben einer 3D Replik ihres Kopfes, erstellt mit digital mapping. Skulptur von Elisabeth Daynès in Zusammenarbeit mit Travel Channel’s Expedition Unknown und Josh Gates Foto mit freundlicher Genehmigung von Travel Channel.

Gesicht der „Younger Lady“ rekonstruiert

Mit einigen technischen Hilfsmitteln, wie der 3D-Bildtechnik und forensischen Analysen, hat die Paläontologie-Künstlerin Elisabeth Daynès, die 2005 auch schon den Kopf von Tutanchamun nachbildete, nun das Gesicht von Tuts vermeintlicher Mutter, der „Younger Lady“ aus dem Grab KV35 im Tal der Könige, rekonstruiert. Sie hatte hierfür vom Antikenministerium die Erlaubnis erhalten, von der Mumie 3D-Bilder zu erstellen. Das Ergebnis weist nach Ansicht der Forscher eine überzeugende Ähnlichkeit zur berühmten Büste der Nofretete auf.

Dr. Aidan Dodson von der Bristol Universität hebt die außerordentliche Ähnlichkeit auch mit anderen antiken Darstellungen der Königin hervor. Zusammen mit den neuesten genetischen Befunden spreche das sehr dafür, dass es sich bei der „Younger Lady“ tatsächlich um Nofretete handle, meint er.

Mehr als 500 Stunden Arbeit seien in diese Arbeit gegangen, führt Elisabeth Daynès aus. Sie habe eng mit forensischen Paläopathologen und Anthropologen zusammengearbeitet, um akkurate Muskel-, Sehnen- und Weichteilabbildungen zu erhalten. Alles sei sorgfältigste Handarbeit. Sogar der Schmuck wurde von Designern entworfen, die sonst für Dior in Paris arbeiten. Wenn man nun das rekonstruierte Geschicht mit der berühmten Büste der Nofretete in Berlin vergleiche, ergäbe das eine frappierende Ähnlichkeit.

Büste der Nofretete in Berlin. Fotos: Andrea Vinkenflügel

Die Ergebnisse werden von Josh Gates in seiner Serie “Expedition Unknown” am 7. und 14. Februar auf dem Travel Channel gezeigt. Gates stellt in diesem Zweiteiler die drei großen Frauengestalten des alten Ägyptens vor: Nofretete, Hatschepsut und Kleopatra.

Zur Rekonstruktion des Gesichts der Nofretete sagt er, das sei ein einzigartiger und aufregender Moment, der uns erlaube, in die Vergangenheit zu blicken. Er glaube daran, dass Nofretete genau so ausgesehen habe.

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4 Kommentar(e)

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  • mckracken

    Die Gesichtsrekonstruktionen sind riesige Zeitverschwendung und überwiegend modellierte Phantastereien.

    Und: wo ist da die Ähnlichkeit zur Original Büste?

  • Alex

    Wenn man die Rekonstruktion schon ausstaffiert wie die Büste, sieht sie freilich ähnlich aus!

  • Sinuhe20

    Das ist bereits die zweite versuchte Rekonstruktion nach 2003, damals noch vom Discovery Channel finanziert.

  • Lea

    Ich finde, solche Rekonstruktionen sind eher eine nette Spielerei, wenn die Identität des/der Toten vorher zweifelsfrei geklärt ist. Die aktuellen Indizien sprechen ja eher dagegen, dass die YL wirklich Nofretete ist – und meiner Ansicht nach kommt die Ähnlichkeit mit der Büste vor allem durch die Krone und den identischen Schmuck zustande. (Mal ungeachtet der Tatsache, dass ja gar nicht gesichert ist, inwiefern die Büste das wirkliche Aussehen der guten Frau darstellt.) Da hilft es auch nicht, dass der von Dior-Designern entworfen wurde. Meiner Meinung nach wurde hier viel Geld in eine recht plumpe Effekthascherei gesteckt.

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