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Sonnenbarken-Museum in Gizeh abgebaut

Zum ersten Mal seit 1982 hat man einen freien Blick auf die Südseite der Pyramiden. Das Sonnenbarken-Museum am Fuße der Cheops-Pyramide ist abgebaut.

Die im Museum ausgestellte Sonnenbarke ist bereits im letzten Jahr in einem dreitägigen Kraftakt von ihrem jetzigen Standort ins neue Grand Egyptian Museum (GEM) überführt worden. Damit ist das Bootsmuseum, das seit 40 Jahren den Panoramablick auf der Südseite der Pyramiden ruiniert hatte, überflüssig geworden.

Im August 2021 wurde die Barke mit einem eigens dafür konstruierten Fahrzeug in das GEM gebracht

Mostafa Waziri, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, beschreibt das Boot als eines der größten, ältesten und wichtigsten Holz-Antiquitäten in der Geschichte der Menschheit. Sein neuer Standort im GEM würde dieses wichtige Stück nun endlich angemessen nach seiner archäologischen und historischen Bedeutung ausstellen.

Die riesige Sonnenbarke wurde im Jahr 1954 durch Zufall entdeckt, als man die Südseite der Cheops-Pyramide vom Sand befreien wollte. Die Barke war in 1224 Einzelteile zerlegt, die in 13 Lagen aufgeschichtet in einer Grube lagen. Ob das Boot aus libanesischem Zedernholz jemals im Einsatz war, lässt sich nicht mehr genau klären. Obwohl Abnutzungsspuren gefunden wurden, geht Zahi Hawass durch die um die Grube verteilte Holzspäne davon aus, dass die Barke direkt an ihrem Fundort angefertigt wurde.

Nachdem man das Boot in 10-jähriger Arbeit zusammengebaut und restauriert hatte, errichtete man eigens ein Museum für die 42 Meter lange und 20 Tonnen schwere Barke. Leider war das Museum nicht dafür ausgerüstet, so ein empfindliches Stück auszustellen, so dass die organische Struktur des Schiffes immer mehr zerfiel. Also beschlossen die ägyptischen Behörden die Barke zusammen mit ihrem 2013 geborgenen Schwesterschiff im neuen GEM auszustellen, das hoffentlich in diesem Jahr endlich eröffnen wird.

3 Gedanken zu „Sonnenbarken-Museum in Gizeh abgebaut“

  1. Das Museum war wahrlich kein Ausbund an Schönheit.
    Was bleibt von der Fundstätte? Wird die zugeschüttet?

  2. Endlich ist die Pyramide von diesem Unding befreit! Was dachten die sich damals dabei?
    Ganz frei ist die Sicht aber noch nicht. Da wird noch das Fundament weggestemmt inkl. zahlreicher Bauhütten. War am 3 Februar dort.

  3. Ich find es schade. Es stand am Orininalplatz. Und nun muß es mit all den anderen Dingen in diesem gigantischen Gewächshaus schmoren. Das einzige, was in die Glaskiste paßt, sind die Monumental- Statuen. Alles andere wirkt wie Streichholzschachtel im Glaskasten. Das alte Museum hatte seinen Charme, außerdem haben da die Großen der Ägyptologie bereits Hand angelegt. Schade, dass es so gefleddert wird…

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