Kopf der Statue des Sekhemka
Mit freundlicher Genehmigung von Save Sekhemka Action Group

Wegen Versteigerung der Sekhemka-Statue: Northampton Museum verliert seine Zulassung

Eigentlich war es schon vorauszusehen und für viele Gegner ist es zumindest eine kleine Genugtuung: Durch die Versteigerung der Statue des Sekhemka, die für eine Rekordsumme von fast 16 Millionen Pfund beim Auktionshaus Christie’s versteigert wurde (wir berichteten), hat das Art Council (eine Kulturstiftung in England) zwei Museen in Northampton ihre Zulassung entzogen.

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Das Art Council sieht in der Versteigerung der 4500 Jahre alten Statue aus Ägypten einen Verstoß gegen die Richtlinien, wie Museen ihre Sammlungen zu verwalten haben. Betroffen ist nicht nur das Northampton Museum and Art Gallery, das die Statue in seinem Besitz hatte, sondern auch das zweite ortsansässige Abington Park Museum. Bis mindestens 2019 bekommen die beiden Museen keine Suvbentionen und Zuschüsse mehr.


Das Northampton Museum hatte in den vergangenen zwei Jahren 167 000 Pfund für verschiedene Projekte vom Art Council erhalten. Der Verkaufserlös der Statue muss also vermutlich noch in andere Projekte fließen. Ursprünglich sollte die Statue verkauft werden, um den 14 Mio teuren Ausbau des Museums zu bezahlen. Doch nach einigen Querelen mit dem Marquis von Northhampton, dessen Vorfahr die Statue gestiftet hatte, bekam auch einer der reichsten Männer Englands ein dickes Stück des Kuchens, nämlich 45 % des Verkaufserlöses, ab.

David Mackintosh, Vorsteher des Gemeinderats von Northampton, der die Versteigerung der Statue beschlossen hatte, bedauert die Entscheidung des Art Council. Er zeigt sich aber optimistisch, andere Geldquellen für die Erweiterung des Museums zu finden. Er hält sich zudem die Option offen, eine offizielle Beschwerde gegen die Entscheidung des Art Council einzureichen und gegebenfalls auch mit rechtlichen Mitteln dagegen vorzugehen.

Die Statue hat übrigens wie befürchtet ein Privatmann ersteigert. Damit wird die Statue für die nächsten Jahre nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich sein. Vielleicht sogar für immer. Der Käufer möchte laut dem Auktionshaus Christie’s lieber anonym bleiben.

Wer sich weiter informieren möchte: Die „Save Sekhemka Action Group“ hat einige Links zu diesem Thema gesammelt.

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  • H.Roos

    Richtige Entscheidung des Art Council!!!

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