In Berenike gibt es Spuren einer früheren Besiedlung, wie dieses Fragment mit dem Namen Amenemhats IV. belegt. Foto: LuxorTimes | E. Sidebotham. Courtesy of MOA

Eine erfolgreiche Saison am „Elefantenhafen“

Die Hafenstadt Berenike am Roten Meer gründete Ptolemaios II Philadelphus zu Ehren seiner Mutter Berenike. Die Stadt war zunächst Ausgangspunkt für die Jagd nach Elefanten, bis sie in der Römerzeit zu einem wichtigen Umschlagsplatz für Waren aus der mediterranen Welt und dem indischen Ozean wurde. Doch nun konnten die Archäologen anhand einer Stele schon Spuren einer viel früheren Besiedlung nachweisen. Auf einem Bruchstück aus Sandstein befindet sich die Namenskartusche von Pharao Amenemhat IV., der im Mittleren Reich regierte (von ca. 1819/1802 bis 1810/1793 v. Chr.)

Eine Stele aus römischer Zeit im pharaonischem Stil.  hinter einen nicht benannten römischen Imperator steht die Göttin Hathor oder Isis. Vor ihm stehen Harprokates und Min/Pan. Foto: Luxor Times | S.E. Sidebotham

Eine Stele aus römischer Zeit im pharaonischem Stil. hinter einem nicht benannten römischen Imperator steht die Göttin Hathor oder Isis. Vor ihm stehen Harprokates und Min/Pan.
Foto: Luxor Times | S.E. Sidebotham

Die Stadt am Roten Meer, 255km östlich von Assuan, wird seit den 90er Jahren von dem eigens dafür gegründeten Berenike Projekt unter der Leitung von Dr. Steven Sidebotham, Universität von Delaware, USA und Iwona Zych, Universität von Warschau, Polen erforscht. Beim Projekt wirken Archäologen aus den USA, Polen, England, Spanien, Rumänien, Kanada, den Niederlanden, Schweden und natürlich Ägypten mit, die in dieser Ausgrabungssaison Unterstützung von 76 in der Nähe lebenden Beduinen erhielten.

Den Archäologen helfen neben Ausgrabungen auch geomagnetische Messungen bei ihrer Arbeit, die sich in der letzten Saison insbesondere auf den südwestlichen Hafen konzentrieren. Hier wurde unter anderem die Überreste einen frühen römischen Schiffes aus Zedernholz entdeckt


Der Zweck so mancher ausgegrabenen Strukturen liegt jedoch trotz modernster Technik weiterhin im Dunkeln. Fragezeichen wirft ein Gebäude im Westhafen auf, das vielleicht mal ein Warenhaus oder ein anderes Arbeitsgebäude gewesen sein könnte. Zumindest konnten die Spuren eines Tempels aus der römischen Epoche identifiziert werden und mehrere Industrie- und Metallverarbeitungen sowie möglicherweise eine Schiffswerft oder ein Gebäude, in dem ausgediente Schiffe demontiert wurden. Archaeobotanische Studien könnten weitere Aufschlüsse geben.

Eine Gemme mit Frau Foto: LuxorTimes | E. Sidebotham. Courtesy of MOA

Eine Gemme mit Frau
Foto: LuxorTimes | E. Sidebotham. Courtesy of MOA

Die Archäologen fanden neben einer Gemme (Schmuckstein) mit einem befestigten Reiter, die in einer früheren Ausgrabungssaison entdeckt wurde, dieses Mal eine weitere aus einem oval geformten Cabochon (Schmuckstein bei dem die Unterseite flach und die Oberseite nach außen gewölbt ist), wahrscheinlich aus Karneol. Auf der Gemme befindet sich eine verhüllte nach links gerichtete Frauenfigur.

Weitere Funde der aktuellen Ausgrabungssaison sind die Teile des Eingangs vom Serapis-Tempel, mehrere beschriftete Fragmente, Stelen, die Gräber zweier Männer und einer Frau aus dem 1. Jahrhundert, städtische Verteidigungsanlagen und hydraulische Anlagen.

Quelle: LuxorTimes (mit mehr Bildern und Links zu weiterführenden Informationen)

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