Ein US-amerikanisches Archäologenteam am Mut-Tempel in Luxor beim Sichten und Nummerieren von Tonscherben.

Erstmals seit 13 Jahren wieder neue Grabungslizenzen

Seit 13 Jahren waren für Oberägypten keine neuen Ausgrabungslizenzen an ausländische Missionen mehr vergeben worden. Nur ägyptische Teams hatten solche Lizenzen erhalten. Diese Praxis solle nun aufgehoben werden, sagte Mostafa Amin, Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer (Supreme Council of Antiquities, SCA). Wieviele ausländische Teams sich um Grabungslizenzen bemüht hätten, sagte Amin nicht.

Der frühere Leiter der SCA, Abdel Halim Nour el-Din, teilte der Cairo Post mit, dass die Vergabe der Lizenzen vom Tourismusministerium und fünf weiteren hoheitlichen Stellen befürwortet werden müssen. Außerdem müssten die ausländischen Teams bestimmte Gebühren bezahlen. Dafür würden sie dann von Sicherheitskräften und von ägyptischen Archäologen begleitet. Und sämtliche gefundenen Artefakte dürften nur unter der Leitung des Antikenminiseriums dokumentiert werden.


Archäologische Arbeiten am Totentempel des Amenhotep III. in Luxor

Archäologische Arbeiten am Totentempel des Amenhotep III. in Luxor

Es gebe momentan nur 12 ägyptische Grabungsteams, sagte Nour el-Din weiter, während in ganz Ägypten etwa 200 ausländische Teams tätig seien. Deren Arbeit sei nicht nur professionell, sie hätten auch hochentwickelte Ausrüstungen und genügend finanzielle Ressourcen. Allein in Luxor sollen derzeit 60 ausländische Teams tätig sein.

Nach 13 Jahren sollen nun also für Oberägypten erstmals wiede neue Grabungslizenzen an ausländische Missionen vergeben werden. Damit stellt sich Ägypten der Tatsache, dass die eigenen Kapazitäten und Gelder einfach nicht ausreichen, um die wissenschaftliche Arbeit am Erbe des Landes allein durchführen zu können. Für uns bedeutet die steigende Zahl an Grabungsteams, dass es hoffentlich dann auch mehr spektakuläre Funde geben wird, über die wir dann hier berichten können.

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