Die Darstellung eines Dämons, der die Funktion des gefährlichen Wächters eines Flammentor inne hatte, wie ein Sarkophag aus dem Mittleren Reich (1870-1830 v. Chr.) belegt. Der Dämon hier hat die Form eines großen Vogels mit einem schwarzen Katzenkopf. Der gleiche Dämon in etwas abweichender, aber genauso verblüffender, Form konnte nun in der Kairoer Lederrolle belegt werden. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Wael Sherbiny

Älteste Darstellung altägyptischer Dämonen entdeckt

In den Gräbern des Neuen Reiches treffen wir sie des Öfteren. Merkwürdige Mischwesen, mit Messern bestückt, als Wächter, Unglücksbringer oder Heilbringer. Doch die Wurzeln dieser Wesen, die wir Dämonen nennen (die alten Ägypter hatten keine spezielle Bezeichnung dafür), sind viel älter als bisher angenommen.

Die ältesten Darstellungen sind 4000 Jahre alt, wie jetzt der belgische Ägyptologe Wael Sherbiny auf der Internationalen Konferenz altägyptischer Dämonologie an der Swansea Universität in Großbritannien vorgestellt hat. Sherbiny, der sich auf altägyptische religiöse Texte spezialisiert hat, entdeckte insgesamt drei dieser Wesen. Zwei davon auf einem Sarkophag aus dem Mittleren Reich und einen auf einer 4000 Jahre alten Lederrolle, die 70 Jahre lang vergessen in einem Regal des Ägyptischen Museums Kairo schlummerte. Die Lederrolle war vor einigen Monaten als die älteste und längste, die je entdeckt wurde in der Presse (ist uns anscheinend durchgerutscht, der Bericht wird die nächsten Wochen mal nachgeholt)


Alle drei Dämonen sind für die Forscher keine Unbekannten, doch von zwei von ihnen wurden bis jetzt noch keine Abbildungen entdeckt, so Sherbiny. Die Zeichnungen zeigen sie entweder in einer komplett zoomorphischen oder anthropomorphen Gestalt.

Wächter eines komplexen Gebäudes

Einer der Dämonen trägt den Namen In-tep und wird als hundeähnlicher Pavian dargestellt. Der zweite trägt den Namen Chery-benut und präsentiert sich uns als unspezifische Figur mit einem menschlichen Kopf. Beide stehen als Wächter am Eingang eines komplexen Gebäudes, vielleicht eine Art Tempel mit mehreren Kammern, die von weiteren Dämonen bewacht werden.

Die Texte verbinden das Gebäude mit dem Mondgott Thot und der Barke des Sonnengottes, so Sherbiny. Außer ihren Namen finden sich leider keine weiteren Texte, die sich auf die Aufgaben der beiden beziehen. Zumindest der Name In-tep könnte darauf hindeuten, dass er jedem Eindringling den Kopf abtrennt, der sich Zugang in den geheiligten Raum verschaffen will, so Sherbinys Vermutung.

Wächter des Flammentors

Der dritte Dämon, Ikenty, war der Wächter eines Flammentors, das zu einem verbotenen Areal mit einem göttlichen Abbild führte. Ikenty hat die seltsame Form eines großen Vogels mit dem Kopf einer schwarzen Katze.

Der Dämon war den Forschern schon vorher auf einem Sarkophag des Mittleren Reiches bekannt. Sherbiny entdeckte den Dämon in leicht abgewandelter Form auf der viel älteren Lederrolle aus Kairo, was somit die älteste bekannte Darstellung von Ikenty ist. Die Texte beschreiben den Dämon als einen, der schnell und mit einem unausweichlich starken Griff attackiert, wen immer er auch sieht, so Sherbiny

Böse und gute Dämonen

Die alten Ägypter glaubten an eine Vielzahl von Wesen mit Superkräften. Sie konnten Böses wie Bedrohungen, Krankheiten und Gefahren bewirken aber auch Gutes wie Schutz, Hilfe und Verteidigung.
Sie erschienen in unterschiedlichen Kontexten, die die verschiedenen Sphären des menschlichen Lebens vor und nach dem Tod ansprachen, so Sherbiny.

Ausführliche Studie folgt

Sherbiny wird die Darstellung der Dämonen in einer ausführlichen Studie mit einer ganzheitliche Analyse in welchem Kontext die Dämonen erscheinen, veröffentlichen.

Unglücklicherweise sei nur wenig erhalten geblieben, wie Sherbiny bedauert. Die entdeckten Beispiele represäntieren eine seltene Gelegenheit Zeuge von der Vorstellung der alten Ägypter zu werden, wie sie sich das unsichtbare vorgestellt haben, so Sherbiny weiter.

Quelle: Discovery.com

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2 Kommentar(e)

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  • mckracken

    Sehr interessant.

    Mich brachte der Film Exorzist zur näheren Betrachtung der mesopotamischen Dämonen und wie sie pauschal als „bösartig“ und Widersacher des Christentum’s verunglimpft wurden.

  • Anne Hesmer

    Wohl wahr. Dinge und Wesen die das Christentum nicht kannte wurden automatisch für böse gehalten. Nicht nur diese Wesen. Auch das medizinische Wissen (das in der Antike schon sehr weit entwickelt war) und die hohen Baukünste aus der Antike und zb dem mittelalterlichen Italien und Spanien wurde von der Kirche verfehmt. (Im Mittelalter). Es wurde regelrecht verboten und als böse abgestempelt. Und wenn wir schon bei Filmbeispielen sind…. Flesh and Blood, Tore der Welt,Säulen der Erde. … Wobei bei diesem Thema schweift man so achnell ab… Ich finde es sehr interessant dass die „Dämonen“noch älter sind als bisher angenommen. Und auch dass sie nicht nur böse sind, wie die meisten Leute heutzutage glauben,wenn sie nur das Wort Dämon hören. Sondern dass diese Wesen auch genauso schützen sollten.

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