In der Nord- und Westwand soll es laut Reeves geheime Durchgänge geben. Faksimile von Tuts Grab

„Big Bang“ in Tutanchamuns Grab?

Es wird den „Big Bang“ geben! ‚Die Entdeckung des 21. Jahrhunderts!‘ Nachdem es recht still geworden ist um „Nofretetes Grab“, soll der Tourismusminister Hisham Zaazou angeblich Details über das Geheimnis von Tutanchamuns Grab ausgeplaudert haben. Die spanische Zeitung ABC zitiert ihn tatsächlich mit den Worten, dass eine verborgene Kammer voller Schätze gefunden wurde. Ob es sich dabei um Nofretetes Grab oder das einer anderen Königin handelt, wisse man noch nicht.
Auch wenn der Gedanke zu verführerisch klingt, ist diese Nachricht erst einmal mit Vorsicht zu genießen. Eine offizielle Aussage seitens des Antikenministeriums gab es nämlich bisher noch nicht.

Der kuriose Artikel einer Schweizer Zeitung

Vor ein paar Tagen schon hatte ein Bericht der Schweizer „Jungfrau“-Zeitung (die heißt wirklich so) für Aufregung und hitzige Diskussionen unter uns gesorgt. Laut dem Bericht sollte ein Schweizer Kameramann für die Sendung Einstein durch ein kleines Loch in die verborgene Kammer von Tutanchamuns Grab filmen. Das schien uns im ersten Moment so abstrus zu sein, dass wir schon überlegt hatten, ob der Kameramann einfach nur simulieren soll, wie eine Kamera doch ein Loch fährt. Da von Susanne Bickel (Uni Basel) die Rede war, die eigentlich so gar nichts mit Tuts Grab zu tun hat und von einem „hinabklettern“, was man ja in Tuts Grab auch nicht unbedingt braucht, waren wir sehr skeptisch. Und tatsächlich wurde der Bericht am nächsten Tag noch mal umgeschrieben. Nun war nicht mehr von Tuts Grab KV62 die Rede, sondern von einer unerforschten Kammer in KV29. Verschwörungstheoretiker mögen jetzt natürlich behaupten, dass die „Jungfrau“ einen Maulkorb bekommen hat, aber wir glauben doch eher an einen schlecht recherchierten Artikel 😉


Ergebnisse angeblich erst im April

Also, wie gesagt: man sollte mit solchen Pressmitteilungen erst einmal sehr vorsichtig sein, vor allem da es eigentlich Aufgabe des Antikenministers Mamdouh el-Damaty wäre, so eine angebliche Sensationsnachricht mitzuteilen. Der hüllt sich weiterhin in Schweigen, obwohl die Messergebnisse aus Japan schon längst hätten da sein sollen. Laut der spanischen Presse soll es erst in April eine offizielle Mitteilung geben. Warum das jetzt noch so ewig lange dauern soll, wenn doch schon längst ein Loch gebohrt und hineingespäht wurde, erschließt sich mir jedenfalls nicht.
Vielleicht plant das Antikenministerium ja eine große Live-Sendung, wie damals bei Zahi Hawass in den Rampen der Cheops-Pyramide – nur dass sich dieses Mal wirklich was dahinter befindet ;-))
Wir schauen mal. Vielleicht wird der Antikenminister zu der brodelnden Gerüchteküche die nächsten Tage Stellung beziehen.

UPDATE vom 23.02.16: Wir haben und nch mal umgehört und einen aktuellen Bericht dazu geschrieben

Quellen
ABC.es (spanisch)
Jungfrau Zeitung

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  • mckracken

    die typischen pharaonen Grabschätze sind ja schön und gut, aber gold und juwelen sind nicht’s gegen das geschriebene wort. (siehe Amarna Briefe)

    Für mich wäre der big bang wenn man die gesamte Palast bibliothek finden würde. (und die auch noch lesbar wäre)

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