Mumie Thutmosis IV., Bilder aus G.E.Smith: The Royal Mummies, Kairo 1912, Copyright expired

Das Who-is-who der Mumien – Thutmosis IV.

Thutmosis IV. regierte nur 10 Jahre über das Land am Nil. Zu wenig Zeit, um dem Land seinen Stempel aufzudrücken. So ist das berühmteste Werk von ihm eine einfache Stele zu Füßen des Sphinx von Gizeh. Dort erzählt er, wie er als Jugendlicher nach der Jagd im Schatten des Sphinx ruhte. Im Traum erschien ihm der Sphinx mit der Bitte, ihn vom Sand zu befreien. Im Gegenzug versprach er dem Prinzen die Herrschaft über Ägypten. Also erfüllte Thutmosis seinen Wunsch und wurde König über Ägypten.

Extrem ausgemergelter Körper

Die Mumie CG 61073 wurde 1898 im Mumiendepot von KV35 gefunden und im Jahr 1903 von G.E. Smith erstmalig autopsiert. An dem extrem ausgemergelten Körper waren keine Verletzungen vor dem Tod erkennbar. Beide Füße waren abgebrochen und das rechte Bein wurde ab dem Kniegelenk herausgerissen. Der restliche Körper und das Gesicht waren jedoch in einem guten Zustand.


Smith schätzte den Mann auf ca. 25 Jahre und setzte das höchstmögliche Alter auf 28 fest. Er schloss dies aus dem Grad der Schließung der Epiphysen (= Wachstumsfugen) am linken Darmbein und am oberen Ende des rechten Schienbeins.

Markante Ähnlichkeit zu weiteren Familienmitgliedern

Smith beobachtete eine markante Ähnlichkeit von CG 61073 zu der Mumie, die wahrscheinlich Thutmosis‘ Vater Amenophis II. ist. Auch die Forscher Harris und Weeks, die die Mumie ebenfalls untersuchten und das Alter zum Todeszeitpunkt auf 30 Jahre schätzten, bestätigten die Ähnlichkeit. Das Gesicht der Mumie CG 61073 sieht auch der Mumie aus KV55 (Echnaton?) und Tutanchamun ähnlich, wie die beiden Forscher bemerkten.

Leichte Zweifel blieben, obwohl die Inschriften an Mumie und Sarkophag korrekt geschrieben und eindeutig zu lesen sind. Der Sarkophag trug die zwei Namen von Thutmosis IV.: Men-Cheperu-Re und Thutmosis. Auch auf dem Brustkorb der Mumie befand sich noch mal der Name Men-Cheperu-Re. Die Mumie ist also höchstwahrscheinlich die von Thutmosis IV., so das Fazit der Schweizer Forscher in ihrer Studie.

Das könnte Dich auch interessieren

  • Anne Hesmer

    😀 Die Sage der Stele kenne ich. Diese finde ich,hat auch was sehr schönes. Aber darin spiegelt sich auch wieder, wie wichtig die Dämonen – und Götterwelt den Ägyptern war. Die Sphinx finde ich persönlich auch sehr interessant. Dieses Wesen hat Eleganz,die Wildheit des Löwen und natürlich das Gesicht des Pharaos,dass Ruhe ausstrahlt.
    Schade,dass die Mumie von Thutmosis Teile seiner Beine einbüßen musste. Ich hoffe mal,dass man noch ein Bisschen mehr über seine Lebensgeschichte heraus findet. Ich finde es immer wieder spannend,wenn die Geschichte solch einer Person aus der Antike Stück für Stück wieder zusammen gesetzt werden kann. Für mich erscheint dann wieder die Person,die zu der jeweiligen Mumie gehört. 😀 Eine Frage kommt mir da noch auf…. Haben die Griechen die Sphinx von den Ägyptern in ihre Mythenwelt „übernommen“ oder war es eine Zeitgleiche Entwicklung? (Außer dass die griechischen Sphinxen weiblich sind und Flügel haben)

Kommentar schreibenBitte sei höflich. Wir wissen das zu schätzen

Dein Kommentar