Die Mumie von Ahmose (18. Dynastie) im Luxor-Museum

Erbgut der Ägypter hat sich in 1500 Jahren verändert

Eine neue Studie deutscher Forscher belegt, dass die Genome altägyptischer Mumien mehr mit Menschen im Nahen Osten und an der östlichen Mittelmeerküste zu tun haben, die heutigen Ägypter aber mehr mit den Menschen des südlichen Afrikas verwandt sind. Demnach hat sich der Genpool der Ägypter in den letzten 1500 Jahren stark verändert.

Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena und sein Team haben im Fachmagazin „Nature Communications“ darüber berichtet. Ihnen ist es mit den neusten Methoden der Genetik gelungen das Erbgut von insgesamt 90 altägyptischen Mumien entzifferten.


Die Genanalyse wurde insgesamt an 151 in Deutschland beheimateten Mumien durchgeführt, die vor ca. 100 Jahren in Abusir el-Meleq in Mittelägypten gefunden worden waren. Sie lebten einmal zwischen 1400 v.Chr. und 400 n.Chr., decken also eine Zeitspanne von fast 2000 Jahren ab, die von der Blüte der pharaonischen Zeit bis in die griechisch-römische Zeit reicht.

Sklavenhandel

Warum sich das Erbgut in den letzten hundert Jahren geändert hat, mag am Warenhandel und am Sklavenhandel gelegen haben, der über mehrere Jahrhunderte bis ins 19. Jh. hinein blühte, und vermutlich bis zu 7 Mio. Afrikaner aus den Regionen südlich der Sahara nach Nordafrika brachte. Da die hier untersuchten Mumien aber alle von nur einem Fundort stammen, seien genauere Schlussfolgerungen über die Ursachen erst möglich, wenn noch weitere Mumien aus anderen Gegenden untersucht worden seien.

Modernste DNA-Analyse-Verfahren

DNA Untersuchungen wie die um Tutanchamuns Familie sind in der Vergangenheit immer wieder auf Kritik gestoßen, da es wegen der ägyptischen Hitze, der hohen Luftfeuchtigkeit und einiger Substanzen, die in der Einbalsamierung genutzt wurden, schwierig war die so genannte mitochondriale DNA lesbar zu machen. Krause und sein Team, die selbst bei den Ergebnissen von Tutanchamuns Familien-DNA sehr skeptisch sind, will es nun gelungen sein, mit Hilfe von modernsten Verfahren DNA zu gewinnen und mit strikten Tests sicherzustellen, dass das Erbgut nicht verunreinigt ist.

Den Forschern ist es sogar gelungen von drei Mumien die Kern-DNA, also das eigentliche Erbgut in den Zellen, herauszufiltern. Knochen und Zähne waren die besten Quellen für die Erbsubstanz, während diese in den Weichteilen der Mumien kaum erhalten waren.

Helle Hautfarbe und Laktoseintoleranz

Die Forscher kamen anhand ihrer Untersuchungen zu dem Schluss, dass die alten Ägypter eher eine helle Hautfarbe und dunkle Augen hatten. Außerdem litten sie an eine genetisch bedingte Laktoseintoleranz.

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2 Kommentar(e)

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  • Mann ohne Alias

    7 millionen Sklaven südlich der Sahara? Ist das korrekt? Müssten dann die meisten aus Äthiopien stammen, denn typische schwarzafrikane Züge gibt es in Ägypten kaum. Diese Zahl finde ich auch stark übertrieben.

    Die muslimischen Eroberer sind da viel eher ins Auge zu fassen, was die heutigen Ägypter anbelangt.

  • Romano

    Südafrika? Griechen (Ptolemäer), Römer, Türken (über Jahrhunderte Herrscher im Land)und Mameluken (die meisten aus dem Kaukasus und Südosteuropa stammend), Armenier und andere wichtige Minderheiten werden in dieser Studie überhaupt nicht berücksichtigt….

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