Italienische Forscher suchen weiter nach „Nofretetes Grab“

Kommt der Stein jetzt doch endlich noch mal ins Rollen? Italienische Forscher sollen nun die Suche nach Hohlräumen in Tutanchamuns Grab fortsetzen.

Dies berichtet die italienische Zeitung „La Stampa“ und es soll jetzt die dritte und endgültig letzte Untersuchung in Tutanchamuns Grab sein und die Frage klären, ob sich nun wirklich geheime Kammern in Tutanchamuns Grab befinden oder sogar Nofretete hier ihre letzte Ruhe fand.


Das Antikenministerium sei selbst auf die Italiener zugekommen und hätte um eine abschließende Untersuchungmit modernster Radartechnik gebeten. Ein Loch in der Wand soll aber nicht gebohrt werden, wenn ich die Übersetzung von „google translate“ richtig interpretiere 😉

Es sollen auch geophysikalische Messungen mit Geräten, die bis zu 10m in die Tiefe sehen können, im gesamten Tal der Könige durchgeführt werden. Ein Projekt, das im Oktober eigentlich noch die Russen machen sollten.

Es fehlt wohl nur noch die Genehmigung der „National Security egiziana“ und dann soll die Suche weitergehen.

Sobald ein entsprechender Artikel auf Englisch oder Deutsch erscheinen wird, wird hier ergänzt.

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Ergänzung 11.2.17:

Die neuerlichen Radar-Scans werden von der Polytechnischen Universität Turin betreut und geleitet. Es werde eine sehr gründliche Untersuchung werden, die mehrere Tage, wenn nicht Wochen, dauern werde, sagte der Leiter des Projekts, Franco Porcelli, Physikprofessor an der Turiner Uni.

Es werden drei verschiedene Radarsysteme zum Einsatz kommen, mit denen Frequenzen von 200 MHz bis 2 GHz abgedeckt werden, verriet er dem Online-Wissenschaftsmagazin „Seeker“.

Bei der späteren Untersuchung im gesamten Tal der Könige sollen dann neben Radar auch Tomografien mittels Elektrowiderstand und Magnetinduktion durchgeführt werden. Man sei gespannt, ob man etwas finde, wenn man bis zu 11m tief in den Boden hineinschauen könne, meinte Porcelli.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte im Jahr 2015 der britische Ägyptologe Nicholas Reeves, als er Indizien dafür vorlegte, dass Tutanchamun aus Zeitgründen vielleicht einfach in den vorderen Räumen von Nofretetes Grab bestattet wurde. Eine nachfolgende Radaruntersuchung durch den Japaner Hirokatsu Watanabe hatte das Vorhandensein von Hohlräumen hinter den Wänden von Tuts Grab nahegelegt. Eine weitere Radaruntersuchung durch die National Geographical Society hatte aber das gegenteilige Ergebnis. Was also stimmt nun?

Franco Porcelli ist sich sicher, dass seine Untersuchung nun die definitive Antwort darauf geben wird, ob es im Grab des Tutanchamun versteckte Kammern gibt. Sein Ergebnis werde jedenfalls zu 99% sicher sein.
Na, wenn das mal reicht, um die verschiedenen Theorien und Theoretiker zum Schweigen zu bringen… 😉

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5 Kommentar(e)

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  • Höfer

    Nach wie vor für mich unverständlich ist die wiederverwendete Argumentation in dem „La Stampa“-Artikel, dass man kein Loch durch die Wand bohren möchte, um die Fresken nicht zu zerstören. Der Zugang zu dem potentiellen Grab der Nofretete erfolgt – wenn dann – über den westlichen Teil der Nordseite der Grabkammer oder über den nördlichen Teil der Ostseite der Schatzkammer. An der Nordseite der Grabkammer finden sich im Bodenbereich (ca. 50 cm hoch) keinerlei Fresken und die Schatzkammer ist überhaupt nicht bemalt. Nochmal: Ein modernes Endoskop braucht kein Loch mit mehr als 1 cm Durchmesser!

  • Ernst

    „Ein Projekt, das im Oktober eigentlich noch die Russen machen sollten.“

    Wir hatten im Dezember in Ägypten erfahren, dass im Januar russischen Touristen wieder Reisen nach EG erlaubt würden.

    Gibts hier womöglich Zusammenhänge?
    Das wäre schade.

  • Höfer

    Seit kurzem gibt es den Artikel „Processing the Images Obtained by a Laser Scan of the Tomb of Tutankhamun“ von Amelia Carolina Sparavigna (Politecnico di Torino) im Netz zu lesen. Zwar werden darin keine direkten Aussagen zu möglichen versteckten Durchgängen gemacht, jedoch scheint die Autorin dies eher nicht zu untermauern.

  • Gloria-Brigitte Brinkmann

    Es ist mir absolut unverständlich,weshalb in dieser so kniffligen ärchologischen Angelegenheit,nicht mit härteren Bandagen vorgegangen wird.
    Ein vorsichtig gebohrtes Loch an der Wand,gäbe dem Rätsel zu mindestens Nahrung,ob ein Hohlraum überhaupt vorhanden ist.Wenn dem so wäre,würde ein Radar-Messgerät zum Einsatz kommen und zweifelsfrei Klarheit schaffen ob und was sich möglicherweise dort verbergen könnte.Oder möchte Ägypten den „Sensationsfund “ vielleicht erst 100 Jahre nach der Entdeckung des Tut Anch Amun Grabes 1922 der Öffentlichkeit präsentieren ?

  • Leser

    Angeblich sorgen die Ägypter selbst dafür das dieses Gerücht am Leben bleibt und beauftragt immer neue Forschergruppen mit der Suche während sie ihnen gleichzeitig Beschädigungen an der Wand versagt.
    Das alles in der Hoffnung Medieninteresse zu erreichen und so den Tourismus anzukurbeln. Keine Ahnung ob das wahr ist aber Fakt ist das Ägypten seit der bunten Revolution erheblich Touristen eingebüßt hat da das Land als unsicher angesehen wird.

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