Mumifizierter Snack für das Jenseits

Damit der Mensch im alten Ägypten ewig im Jenseits weiterleben konnte, mussten Mumienbinden nicht nur den Körper, sondern auch das Fleisch (zum Essen) zusammenhalten. Mumifiziertes Fleisch, das in einigen Gräbern gefunden wurde, wurde nun von einer Gruppe von Chemikern und Ägyptologen um den Forscher Richard Evershed genauer unter die Lupe genommen.

Den alten Ägyptern wurden verzehrgroße Stücke von Fleisch und Geflügel mit ins Grab gelegt, die fein säuberlich bandagiert dem Verstorbenen ein Leben im Jenseits garantieren sollten. So weit, so bekannt. Doch wie wollten die damaligen Menschen in der Hitze Ägyptens das Fleisch vor dem Zerfall schützen?

Eine chemische Analyse von Fleischstücken aus der Zeit von 1400 – 1000 v. Chr. sollte Klarheit bringen. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Ägypter ähnlich wie bei der Mumifizierung der Verstorbenen vorgingen. Nachdem das Fleisch getrocknet wurde, nutzten sie für die Konservierung ein Gemisch aus typischen Einbalsamierungsmitteln, wie Tierfette, Öle, Bienenwachs und Harz.


Bei dem Harz könnte es sich sogar um Mastix-Harz (Harz der Mastix-Pistazienbäume) handeln, das eine rare Kostbarkeit im alten Ägypten gewesen ist. Nur im Grab von Juja und Tuja, den wahrscheinlichen Ur-Großeltern von Tutanchamun, fanden die Forscher in den Fleischstücken Rückstände des Stoffes. Das wohlriechende Harz sollte das Fleisch wahrscheinlich nicht nur haltbar sondern auch besonders köstlich machen.

Während der Untersuchung stellte sich heraus, dass es gar nicht so leicht war, die Reste von tierischen Fetten, die bei der Einbalsamierung verwendet wurden, von denen des Fleischstückes selbst zu unterscheiden. Die Forscher konnten jedoch Einbalsamierungsschichten ausmachen, die nicht mit dem Fleisch in Berührung kamen. Daher sind sich die Forscher recht sicher, die richtigen Spuren untersucht zu haben.

Quelle u.a.: Spektrum der Wissenschaft

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