Wie die alten Ägypter massive Steinblöcke bewegten

Nasser Sand ist das Geheimnis, dem mehrere Physiker der Universtät Amsterdam auf die Spur gekommen sind. So konnten die Ägypter bis zu 2,5t schwere Blöcke zum Beispiel für den Bau der Pyramiden von einem Ort zum anderen bewegen. So richtig neu ist die Theorie eigentlich nicht. Selbst in Filmen wie „Die Zehn Gebote“ von 1956 hat man schon Sklaven gesehen, die vor den Transportschlitten Sand befeuchteten 😉 Aber immerhin gibt es jetzt hier den physikalischen Beleg dafür.

Wenn Wasser in Sand gegossen wird, verklumpen die winzigen Sandkörner miteinander und er bekommt dadurch mehr Festigkeit. Der Physikprofessor Daniel Bonn von der Universtität Amstderdam nennt hier das Beispiel einer Sandburg, die man auch viel leichter mit feuchten als mit trockenen Sand bauen kann. Durch den nassen Sand wird es viel einfacher den Schlitten über den Sand gleiten zu lassen.

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Der archäologische Beweis befindet sich für die Physiker auf einem Relief im Grab von Djehutihotep, der im Mittleren Reich (12. Dynastie, ca. 1900 v. Chr.) lebte. Hier ziehen 172 Männer mit Seilen eine riesige Statue auf einen Schlitten. Ein Mann steht vor dem Schlitten und reinigt das Wasser über den Sand. Bisher dachten Ägyptologen immer, dies sei ein rein ritueller Akt gewesen, doch es könnte auch ein Beleg für Bonns Theorie sein.

Der Transport eines Kolosses. Nachzeichnung aus dem Grab des Djehutihotep

Der Transport eines Kolosses. Nachzeichnung aus dem Grab des Djehutihotep

Bonn und seine Kollegen konstruierten Miniaturschlitten und experimentierten damit, schwere Objekte durch den Sand zu ziehen. Bei trockenen Sand baut sich schnell ein großer Sandberg vor dem Schlitten auf, doch bei zu viel Wasser sackte der Schlitten in den Sand ein. Also kommt es auf die richtige Menge an.

Wenn die richtige Menge an Wasser benutzt wurde, musste für den Transport nur die Hälfte an Arbeiter herangezogen werden, wie für den Transport über trockenen Sand benötigt gewesen wäre, so Bonn in der LiveScience

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3 Kommentar(e)

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  • Wolfgang Maslo

    Es ist mir ein Bedürfnis einmal ein großes Lob auszusprechen für Eure Arbeit.
    Ich verfolge Eure Berichte schon lange und mit immer neuem Interesse.
    Es scheint in Ägypten kein Ende an immer neuen Funden und Entdeckungen zu geben.
    Mich hat dieser Beitrag sehr interessiert, weil ich bei YouTube vor wenigen Tagen ein Video gesehen hatte, indem diese Frage des Transportes der Kolosse an Steinen und Monumenten mit Experten-Theorien argumentiert wurde, letztlich aber unklar blieb wie sie es geschafft haben.
    Die Frage, wie sie es geschafft haben, stellt sich in vielen Bereichen, ob Granitvasen oder passgenaue Steinüberlappungen, bis hin zu exakt symetrischen Gesichtpartien an großen und kleineren Objekten.
    Ich bin immerwieder fasziniert von dieser Kunst und Baukunst.

    Die Neugestaltung der Seite und die sonstigen Änderungen finde ich sehr gelungen.

    Vielen Dank
    wm

  • Chris

    Hallo 🙂

    Von mir muss ich auch erstmal ein großes Lob aussprechen. verfolge ihre Beiträge auch gerne und es ist schon erstaunlich was noch so alles ans Tageslicht kommt. Denke, dass nach 50 Jahren immer noch nicht alles entdeckt und Geheimnisse gelüftet sind. Sehr zu Gute für die Ägyptologen und Ägypten-Fans unter uns 🙂

    Das Lob geht vor allem auf ihre sehr schön gestaltende Seite 🙂 Nur weiter so. Bin seit über 10 Jahren großer Ägypten-Fan, und es nimmt kein Ende ^^

  • Carina Felske

    Vielen Dank für euer Lob 🙂
    Es werden bestimmt noch viele archäologische Funde und neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf uns warten. Also da wird es noch viel zu berichten geben 🙂

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