Cheops-Pyramiden-Fall: Samstag beginnt Prozess gegen deutsche Amateurarchäologen

Als im November letzten Jahres deutsche Amaterarchäologen in die oberste Entlastungskammer der Cheops-Pyramide kletterten und dort kleine Proben von roten Schriftzeichen abkratzten, ahnte wahrscheinlich noch keiner von ihnen welch‘ großen Wirbel sie mit ihrer Aktion auslösen würden (wir berichteten mehrfach)  Dabei wollte das Team rund um den Chemnitzer Dominique Görlitz und den Buchautor Stefan Erdmann mit der Probe nur das bisher angenommene Alter der Cheops-Pyramide widerlegen. Doch in Ägypten und auch so ziemlich in der restlichen Welt gab es (zurecht) einen großen Aufschrei. Wie konnten es zwei Amateure wagen, in einem verbotenen Bereich der Pyramide Proben zu entnehmen und diese auch noch nach Deutschland zu schmuggeln? Samstag soll nun in Ägypten die Gerichtsverhandlung beginnen.

Eigentlich wollte das ägyptische Antikenministerium die drei angeklagten Experimentalarchäologen per Interpol nach Ägypten zurückbefördern. Doch Görlitz wird am Samstag wie seine beiden mitangeklagten Landsmänner durch Abwesenheit glänzen.


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Görlitz ist sich eh keiner Schuld bewusst. Er hätte immerhin eine offizielle Erlaubnis für diesen Pyramidenbesuch erhalten. Diese Aussage entfachte den Zorn des Ägyptischen Antikenministeriums nur noch weiter. So sind denn nicht nur die drei Deutschen angeklagt, sondern auch drei Beamte der Altertümerverwaltung, zwei Wächter und der Besitzer des Reiseunternehmens, mit dem Görlitz und sein Team unterwegs war. Außerdem verlangt die ägyptische Regierung die Zurückgabe der Proben. Ein entsprechender Antrag läge bereits vor, wie das Auswärtige Amt der dpa bestätigte.

Vermutlich ist es nicht unklug von Görlitz den Prozess am Samstag fernzubleiben. Es mag ja durchaus sein, dass er eine offizielle Erlaubnis für einen Pyramidenbesuch hatte, doch die Genehmigung Proben einer 4500 Jahre alten Pyramide rauszuhauen und anschließend mit nach Deutschland zu nehmen, hatte er gewiss nicht. Er gab sogar zu, dass die Aktion, die auch noch mit einem Youtube Video dokumentiert wurde, damals spontan gewesen ist.
Die Ausfuhr von Proben ist in Ägypten strengstens verboten und wird nur genehmigt, wenn es in Ägypten keine entsprechenden Möglichkeiten für eine Untersuchung gibt. Das hätten die Deutschen eigentlich wissen müssen.

Daher ist davon auszugehen, dass die drei am Samstag zumindest in Abwesenheit verurteilt werden. Ob die drei dann allerdings nach Ägypten ausgeliefert werden, steht auf einem anderen Blatt. Wir werden weiter darüber berichten.

Weitere Beiträge über den „Cheops-Pyramiden-Fall“ findet ihr hier

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4 Kommentar(e)

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  • werner schwarz

    ich muss laut lachen..wenn man bedenkt, wie viele steine der pyramide für brückenbau und ähnlichem entnommen wurde..

    die erforschung des tatsächlichen alters der pyramide oder der schrifen ist viel interessanter…als diesen prozess..er ist ein klamauk um nichts..

    . die pyramide ist vermutlich viel älter als es die geschichtsbücher wiedergeben..so ca.12.000 jahre alt..cheops wird sie vermutlich nur poliert haben..als er sie vorfand..;-)

    das ist meine meinung..jeder kann darüber denken, was er will.

    man hat ja sonst in ägypten keine sorgen, als einige farbsplitter… übrigens las ich hier, da wurden ein preis für touristen erhöht..nicht gerade tourismusfördernd..wo sie doch an jeder ecke und kante fehlen..schade eigendlich…aber ich werde mich dadurch nicht abschrecken lassen und werde die götter und pharaonen wieder besichtigen 😉

  • Selket

    Naja gut. Dass Steine von den Pyramiden für andere Gebäude herhalten mussten ist ja auch schon ein paar Jährchen her. Dafür kann heute leider niemand mehr zur Rechenschaft gezogen werden.
    Klar haben die Ägypter andere Sorgen im Moment. Aber stell dir vor, jeder würde nach Ägypten reisen und mal eben mit Hammer und Meißel an einer antiken Stätte rumhacken, um ein paar „Proben“ mit nach Hause zu nehmen.
    Ich finde es schon wichtig und richtig hier ein Exempel zu statuieren.

  • tut-ench

    nein … ok ist es garantiert nicht was sie gemacht haben. Aber jetzt is das Kind schon in den Brunnen gefallen, ankleben wird man die Splitter sicher nicht. Mich hätten die Laborergebnisse auch mehr interessiert als der Prozess 😉

  • Chris

    Ist schon richtig das sie wegen ihr Handeln zu Rechenschaft gezwungen werden. Wenn jeder so vorgehen würde und kleine Teile von der Pyramide oder ähnliches mitnimmt nach Hause, dann würde irgendwann nicht mehr viel übrig bleiben, im schlimmsten Fall wäre das Monument so stark beschädigt, dass die Behörden weiteres Geld von den Touristen abverlangen für die Restaurierung.
    Find ich schon gut so.

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