Der alten Dame letzter Wille und „Das geplünderte Erbe“

Dass die Ägypter auch kleine Gesten zu schätzen wissen, beweist der Fall einer Dame aus Deutschland. In ihrem letzten Willen bat sie ihren Sohn darum, einen Uschebti aus ihrem Besitz nach Ägypten zurückzugeben. Währenddessen plant die deutsche Regierung endlich ein neues Kulturgüterrückgabegesetz, das wegen der Plünderungen und Raubgrabungen des IS dringend notwendig geworden ist.

Der Uschebti

Die Dame hatte den Uschebti während einer Reise im Jahr 1995 bei einem Händler in Luxor gekauft. Ihr Sohn, der zur Zeit in Südafrika lebt, kam der Bitte seiner 2012 verstorbenen Mutter nun nach und übergab den Uschebti der ägyptischen Botschaft vor Ort.


Die 12cm hohe Statue ist in einem guten Zustand und soll in die Abteilung der wiederbeschafften Objekte aus dem Ausland im Ägyptischen Museum Kairo ausgestellt werden, wie die Cairo Post berichtet. Schon vor einigen Wochen sorgte ein deutsches Sammlerpaar für positive Schlagzeilen als sie ein Grabfragment an Ägypten zurückgaben

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Ein neues Kulturgüterrückgabegesetz

Während einige wenige Privatpersonen einsichtig sind, haben die Auktionshäuser in Europa und in den USA mittlerweile Hochkonjunktur. Der Markt wird überschwemmt von Altertümern aus den Krisengebieten. Auf 6-8 Milliarden US $ schätzen Organisationen wie die UNESCO den Jahresumsatz mit illegal gehandelten Altertümern.

Ein „normales Hühnerei“ muss besser deklariert sein

Um diesen Handel zumindest in Deutschland einzsuchränken, plant die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eine Änderung des Kulturgüterrückgabegesetzes, das schon seit längerem unter Beschuss steht (Siehe auch Artikel Deutsches Gesetz blockiert Rückgabe von Altertümern ). In Zukunft sollen nur noch Kulturgüter gehandelt werden eingeführt werden, die über eine offizielle Ausfuhrlizenz des Herkunftslandes verfügen. Eine Expertin des Bundeskriminalamtes kritisiert in der unten genannten Reportage, dass nach dem bisherigen Gesetz „ein normales Hühnerei (…) besser deklariert sein muss, als die wertvollste Antike.“

Grütters warnt, dass wir nicht zum Umschlagplatz für Altertümer werden dürfen. Dennoch wird es noch bis spätestens Anfang 2016 dauern, bis das neue Gesetz in Kraft tritt. Eine entsprechende Anpassung des Gesetzes ist dringend notwendig, da der Verkauf von geplünderten Kulturgütern aus Syrien und dem Irak eine der wichtigsten Einnahmequellen des IS ist.

„Das geplünderte Erbe“

Wie das geschieht, war am vergangenen Montag in einer Reportage in der ARD zu sehen. In „Das geplünderte Erbe – Terrorfinanzierung durch deutsche Auktionshäuser“ geht es zwar hauptsächlich um syrische Altertümer, denn auf ägyptische Altertümer haben die IS-Terroristen (hoffentlich) keinen Zugriff, aber wen das Thema interessiert, der erhält hier einige interessante Einblicke in die Welt der Schmuggler und Schieber und in die rücksichtslose Zerstörung kultureller Stätten durch den IS.

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