Laut dem Antikenministerium ist die Decke von Rawers Grab nicht eingestürzt, wie diese Bilder belegen sollen. Bild: MSA

Grab in Gizeh eingestürzt – oder doch nicht?

Laut Pressemeldungen waren auf dem Gizeh Plateau im Grab des Rawer, eines Beamten aus der 5. Dynastie, in der letzten Woche die Decke und ein Teil der Westwand eingestürzt, als Pferde über das etwa 30 cm über Bodenniveau erhabene Dach des Grabes liefen. Dies meldet zumindest die Egypt Independent, die englischsprachige Onlinezeitung der ägyptischen Al-Masry Al-Youm Daily. Dies wurde jedoch umgehend vom Antikenministerium dementiert.

Auslöser der Meldung war ein Interview, das Omar al-Hadary, Generaldirektor der Gewerkschaft des Antikenministeriums, der Zeitung Al Watan gegeben hatte. Alles nicht so schlimm, hatte der Ägyptologe Ashraf Mohie al-Din beruhigt, da diese Bauteile keine antiken Originale sondern Nachbildungen gewesen seien und die wirklich alten Teile des Grabes, insbesondere die große Statue des Grabherrn, unversehrt geblieben seien.


Nach Aussage von Hadary wollte man im Antikenministerium diesen Vorfall nicht publik werden lassen, um einen in der nächsten Woche geplanten Event an einem in der Nähe gelegenen Grab nicht zu gefährden. Die kollabierte Stelle sei daher mit Pappe und Steinen notdürftig bedeckt worden.

Mit nur einem Satz widerspricht Ashraf Mohi, Direktor des Gizeh Plateaus, dieser Meldung. Die Decke sei nicht kollabiert. Richtig sei allerdings, dass große Teile der Decke und mancher Wände des Grabes nicht original sondern in den 1990er Jahren hinzugefügt worden seien.

Mohi ergänzte noch, dass auch die Grüchte um das Grab des Seshem Nefer nicht stimmten. Diese hatten besagt, dort sei die Decke des Grabes mit einer Plastikpolitur überzogen worden. Dieses Grab sei im Gegenteil sogar in einem sehr guten Zustand. Auch hier bestünde das Grab zu 60% aus Nachbildungen, aber die originalen Kalksteinsäulen und Wandinschriften seien hervorragend konserviert und absolut sicher.

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