Pyramiden-Prozess gegen Deutsche vertagt. Strafbefehl auch in Deutschland

Angeklagt sind in Ägypten drei Deutsche, die in der Cheops-Pyramide illegal Proben entnommen haben sollen (wir berichteten mehrfach). Heute sollte eigentlich die Gerichtsverhandlung stattfinden, doch diese war schon nach wenigen Minuten zu Ende und wurde auf den 14. September vertagt. Auch in Deutschland beantragte die Staatsanwaltschaft Strafbefehl gegen zwei der deutschen Amateurarchäologen.

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen fand der Prozess ohne die drei angeklagten Deutschen statt. Vor Gericht stehen sechs Ägypter, die nach Meinung der ägyptischen Staatsanwaltschaft in den Fall involviert waren. Darunter auch der Leiter eines Reiseunternehmens, der den Deutschen die Genehmigung zum Betreten der Cheops-Pyramide besorgt haben soll. Die Anwälte der sechs Ägypter baten laut der Salzburger Nachrichten um mehr Zeit für die Einsicht der Unterlagen.


Ungemach droht den Deutschen um den Chemnitzer Experimentalarchäologen Dominique Görlitz auch in Deutschland. Die „Egypt’s Heritage Task Force“, die sich für den Schutz der ägyptischen Altertümer einsetzt, hat zusammen mit einer Gruppe von Deutschen im Dezember letzten Jahres Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat dem stattgegeben und Strafbefehl gegen „zwei Deutsche“ beantragt. Das zuständige Gericht muss den Antrag noch entsprechend prüfen, wie Egypt’s Heritage Taskforce schreibt.

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10 Kommentar(e)

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  • Günter

    Ich finde es richtig, daß auch in Deutschland ermittelt wird.
    So kann kein Verdacht auf einen unfairen Prozess aufkommen.
    Übrigens finde ich:
    Wer Gastfreundschaft und erteilte Genehmigungen möglicherweise missbraucht, der soll nicht durch Ländergrenzen geschützt sein.

  • Wolfgang

    Wieso eigentlich drei Deutsche? Die Rede ist doch immer nur von Görlitz und Erdmann. Nur gegen diese beiden wird auch in Deutschland ermittelt. Wer soll denn der 3. Mann gewesen sein?

  • Carina Felske

    Hallo Wolfgang,

    das konnte ich leider auch nie in Erfahrung bringen. Die Presse schreibt immer nur von drei Deutschen, ohne den Namen/die damalige Funktion des Dritten zu benennen

  • Wolfgang

    Der Beschuldigte hat zudem inzwischen in Form eines Interviews ausführlich Stellung genommen. Ich finde, dass es die Fairness und Rechtsstaatlichkeit gebietet, dass man das nicht unterschlägt:
    http://m.youtube.com/watch?v=DAVaBNakvl4

  • Wolfgang

    Danke Carina, ich habe Görlitz selbst auch schon danach befragt. Ist ihm selbst auch rätselhaft wer der 3. sein soll. Ist wohl eine Fehlmeldung und einer schreibt beim anderen ab.

  • Carina Felske

    Danke Wolfgang für die beiden Hinweise! Das Video kannte ich noch gar nicht!

  • Wolfgang

    Bin ein kleines Stück weiter gekommen. Der Dritte ist der Dokumentarfilmer Höfer, der auch das Interview im Film mit Görlitz führt. Allerdings ist immer noch nicht geklärt, ob auch gegen Höfer in Ägypten ein Verfahren läuft. Hier in Deutschland wohl eindeutig nicht. Filmen ist ja auf jeden Fall erlaubt.

    Was bei dem ganzen völlig auf der Strecke bleibt: Warum werden diese Proben nicht ganz offiziell untersucht? Nach allem, was man hört haben die Untersuchungen einiges erbracht, was das bisherige Bild der Pyramiden zwar nicht auf den Kopf stellt aber doch in einem anderen Licht erscheinen lässt. Durch diesen ganzen – aus meiner Sicht – künstlich hochgepuschten Skandal wird die Öffentlichkeit nun eventuell nie etwas davon erfahren, weil es nicht veröffentlicht werden darf …

  • Wolfgang

    Hier noch eine Ergänzung: Diese Historydoku stammt aus dem Jahre 2010: https://www.youtube.com/watch?v=Np92Jua5N28
    Bei Timecode 37:23 sieht man die Cheopskartusche mit exakt den Meißelspuren, welche angeblich durch Dr. Görlitz im April 2013 verursacht wurden. Dieses Video beweist, dass das nicht stimmt und das Hawass diese Beschädigungen kannte! Das ist der wirkliche Skandal! Habe ein Bild erstellt mit den Aufnahmen aus 2013 und 2010, das eindeutig belegt, dass die Beschädigungen schon 2010 vorhanden gewesen sind.
    Wer hat diese Proben entnommen und wenn ja zu welchem Zweck? Wurden Sie untersucht und wenn ja mit welchen Ergebnissen? Wieso sind diese Beschädigungen nie vorher ein Thema gewesen?
    Schicke Dir das Vergleichsbild per Mail.

    Übrigens: Bin nicht immer Deiner Meinung, gehöre zu denen, die glauben, dass es für die Ägypter (und nicht nur für die!) unmöglich gewesen ist in 100 Jahren 33 Pyramiden, darunter 10 große, diverse Tempelanlagen, Städte für die Arbeiter, Hafenanlagen, die gesamte Infrastruktur, Rampen, tausende (?) von Schiffen, umfangreiche unterirdische Anlagen, den Sphinx, zig Mastabas, riesige nivellierte Flächen usw. usf. in die Wüste zu stellen und das alles nur mit Holzhammer und Kupfermeißel, aber finde trotzdem, dass Du hier eine sehr gute und informative Seite erstellt hast!

  • Carina Felske

    Hallo Wolfgang,

    Ich finde die Fotos beweisen erst mal gar nichts (außer vielleicht dass Hawass unrecht hatte). Also ich weiß es leider nicht mehr ganz genau aber soweit ich mich erinnern kann, kam in dem Video von den beiden eine Stimme aus dem Off, dass da gerade eine Probe der roten Schrift entnommen wird. Aber bedauerlicherweise wurde das Video ganz schnell gelöscht, nachdem der Stein ins Rollen kam (warum eigentlich?). Außerdem sollte ja u.a. festgestellt werden, ob der Pyramidenforscher Richard William Howard Vyse im 19. Jh. vielleicht selbst die Schrift dort angebracht hatte. Etwas, was nach dem Fall auch nie wieder erwähnt wurde.

    Aber letztendlich ist es auch egal, ob es nun die rote Schrift war oder nicht. Fakt ist einfach, dass Proben aus der Cheops-Pyramide entnommen und nach Deutschland gebracht wurden.
    Also etwas, was in Ägypten eigentlich per Gesetz verboten ist (zumindest letzteres)
    Wie ich auch auch schon geschrieben habe, hatten die beiden einfach letztendlich Pech, das nach vielen vielen Jahren Wild-West-Manier in Ägypten ausgerechnet bei ihnen ein Exempel statuiert wurde. Und ich fände es nur richtig wenn man auch zu seinem Fehler steht und mal alle Fakten auf den Tisch legt, anstatt Ausflüchte zu suchen, Dinge zu verschweigen (z.B. auf die Frage der Sächsischen Zeitung hin was sie in der Cheops-Pyramide zu suchen hatten, kam die Antwort von Görlitz sie wollten untersuchen WIE die Pyramiden erbaut wurden, was doch eigentlich gar nicht richtig ist! Sie wollten doch hauptsächlich das Alter der Cheops-Pyramide herausfinden oder ist das etwa falsch?) und jemand anderem die Schuld dafür zu geben, dass sechs Menschen im Gefängnis sitzen. Mit solchen Aussagen stellen sie sich nur selbst ins Abseits.

    Für mich gibt es genügend Beweise, dass die Pyramiden um 3000 v. Chr. von Menschenhand erschaffen wurden. Warum sollten sonst Arbeiterhütten um die Pyramiden erbaut worden sein? Warum sollte auf einem Papyri von einem Mann namens Merrer die Rede sein, der Steinblöcke für die Cheops-Pyramide vom Tura Steinbruch besorgt hatte (http://www.livescience.com/28778-worlds-oldest-harbor-papyrus-khufu-cheops.html)
    Also nichts für ungut, aber an Aliens,frühe Hochkulturen&Co mag ich einfach nicht glauben

  • Wolfgang

    Die Fotos beweisen doch eindeutig, dass die Beschädigung, die man den 2 Deutschen jetzt anlasten will bereits 2010 vorhanden waren. Somit kann dieser Vorwurf nicht mehr erhoben werden.

    Zudem beweisen diese Fotos, dass die Kartusche VOR 2010 beprobt worden ist. Wieso ist dazu nichts bekannt?

    Die Fakten liegen auf dem Tisch. Mit den Interview hat Görlitz ausführlich Stellung genommen. Darauf, was in den Zeitungen zu diesem Fall steht gebe ich gar nichts, da folgt eine Fehlmeldung der nächsten. So musste auch die Bild schon eine Meldung zurücknehmen. Sie hatten gemeldet, dass eine deutsche Universität den Fall dahingehend prüfen würde, ob hier die wissenschaftlichen Standards eingehalten worden sind. Nachdem ich die dortige Pressesprecherin darauf aufmerksam gemacht habe, „verschwand“ zunächst diese Aussage ganz schnell und dann anschließend der gesamte Artikel dazu.

    Das sich die beiden derzeit angesichts der vielen Verleumdungen und Unklarheiten nicht völlig offen zu allen Aspekten äußern, dürfte verständlich sein und ist sicher dem Anraten der Anwälte geschuldet.
    Sie wollten aber nicht das Alter der Pyramiden mit diesen Proben herausfinden, dass wäre ja auch völliger Unsinn und gar nicht machbar.

    So wie sie jetzt belegt haben, dass die Kartusche schon mindestens seit dem Jahr 2010 beschädigt worden ist, so werden aber sicher noch weitere Veröffentlichungen von den beiden kommen und ein gewisser Herr aus Ägypten wird darüber ebenso sicher nicht froh sein.

    Das in Ägypten 6 Leute im Gefängnis sitzen kann man nun beim besten Willen nicht den Beiden anlasten. Das ist einfach nur absurd, dass man die einsperrt. Selbst wenn es sich im Ergebnis um eine unüberlegte Aktion gehandelt hat, für die man eventuell eine Strafe in Form einer angemessenen Spende an ein Kinderheim in Ägypten o.ä. verhängen sollte, gibt es keinen Grund die 6 Ägypter ins Gefängnis zu stecken. Das sind doch offensichtliche Ablenkungsmanöver!

    Zum anderen Thema: Natürlich wurden die Pyramiden von Menschenhand erschaffen, kann mir auch nicht vorstellen, dass Aliens da Steinblöcke gestapelt haben, aber dass das die Ägypter mit Holzhammer und Kupfermeißel geschafft haben soll ist fern ab jeder Realität.

    Ich stimme dem deutschen Archäologen Krauss zu, der den Ägyptern 15 Jahre allgemeine Vorbereitungszeit eingeräumt hat. Aber: Man muss nur mal heutige Bauwerke betrachten, mit denen nur ein Hauch von Neuland begangen wird, wie z.B. die Elbphilharmonie in Hamburg. 5 Jahre hat allein die Planung gedauert. Die Bauzeit beträgt nun schon 7 Jahre und wird wohl noch weitere 2 Jahre andauern und die Ägypter sollen von der Schilfhütte bis zum großartigsten Bauprojekt der Welt nur 15 Jahre Vorbereitungszeit ohne jegliche Hilfe gebraucht haben? Nein! Hier wurde massiv geholfen, es wurde eine Elite unterrichtet, so dass diese dann das gesamte Bauvolumen bewerkstelligen konnten und sie hatten technologische Hilfe, in welcher Form auch immer, aber keiner kann erklären, wie man mit Holzhammer und Kupfermeißel z.B. einen exakten Gang mit den Maßen 1,09 m x 1,20 m in einer exakten Neigung von 26°34′ 23″ zunächst 34 m durch das gemauerte Massiv und dann weitere 70 m durch den gewachsenen Fels, in der dort vorhandenen Qualität schlagen kann. Das ist nur eine von 1000 Unmöglichkeiten, die wir dort vorfinden.

    Der Fund des Papyri steht daher in gar keinem Widerspruch zu meiner Ansicht, dass die Ägypter Lehrmeister hatten. Im Gegenteil!

    Anmerkung: Leider ist ja bis heute sehr wenig darüber veröffentlicht worden, was in dem Papyri wirklich steht. Die konkreten Daten wären sehr interessant: Wie groß waren die Schiffe? Wie viele Steine konnten transportiert werden? Passt das zu der vermuteten Bauzeit? Aber vermutlich wird man das wohl wieder nie genau erfahren, vor allem, wenn die Zahlen und Daten nicht ins Bild passen sollten.

    Aber noch einmal zurück: Der Bau der großen Cheops-Pyramide zu einer Zeit, als die Menschen im Vergleich zu heute nur einfache Hilfsmittel kannten, gleicht auch nach jahrzehntelanger Forschung noch immer einem Wunder. Das Magazin „Der Spiegel“ fand dafür vor einigen Jahren einen passenden Vergleich: „Das ist so, als würde auf die Nutzbarmachung des Feuers sogleich der Bau der Atombombe folgen.“

    De Vorbereitungszeit von 15 Jahren passt zu meiner Lehrmeister-Theorie, auch die unfassbar kurze Bauzeit von 100 Jahren für mindestens 33 Pyramiden und alles weitere, was in der Zeit entstanden ist, was in der Summe ja für sich gesehen – also auch ohne Pyramiden – für den Zeitraum von 100 Jahren schon gewaltig ist, passt ebenfalls. Ebenso passt, dass sämtliche Pyramiden, die dann nach dieser Zeit gebaut worden sind nicht einmal mehr annähernd die Qualität dieser ersten 33 erreicht haben und das, obwohl es die Ägypter noch 1000 Jahre versucht haben. Die meisten wurden gar nicht erst fertig gestellt oder brachen nach kurzer Zeit zusammen. Das Wissen war eben nur wenigen beigebracht worden und mit dem Tod dieser Leute und dem Verschwinden der Lehrmeister war es nicht mehr verfügbar. All das passt, während die „offizielle“ Ägyptologie nur Rätsel und nicht oder nur teilweise beantwortete Fragen hinterlässt. In ihren Informationen zum Thema „Stein bei den alten Ägyptern“ schreibt die Ägyptologin Bettina Schmitz daher auch resignierend: „Eigentlich wissen wir in vielen Fällen nur, daß die Ägypter die technischen Probleme, vor die sie das Bauen mit Steinen stellte, bewältigten – wie es ihnen gelang, bleibt dagegen meistens bis zu einem gewissen Grad unklar.“

    Wer die Lehrmeister waren und woher sie kamen bleibt natürlich offen. Aber das sie welche hatten, ist so gut wie sicher und wird von ihnen ja selbst berichtet. So wie man dem Papyri von einem Mann namens Merrer Glauben schenkt, sollte man auch den alten Überlieferungen von Wesen, die zu ihnen kamen und ihnen Schrift, Mathematik, Medizin und letztlich auch die Baukunst beibrachten Glauben schenken, alles andere wäre widersprüchlich.

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