Von Steinen, Bäumen, Opern und Mumien

Da die Archäologen alle in ihren wohlverdienten Weihnachtsurlaub waren, gab es in letzter Zeit nicht viel wichtiges zu erzählen. Dennoch ist einiges passiert, was wir hier zusammengefasst haben.

Die Pyamidenstein-Affäre Teil 1

Das National Museum in Schottland erhoffte sich mit einem Stein gute Publicity. Nur war es nicht irgendein Stein, sondern ein weißer Kalkstein von der ursprünglichen Außenfassade der Cheops-Pyramide. 1872 hatte ein britischer Ingenieur namens Waynman Dixon unter der Leitung des Astronomen Royal Charles Piazzi Smyth, zu dessen Ehren die Sonderausstellung gezeigt wird, den Stein nach Edingburgh gebracht. Angeblich soll er ihn in einem Schutthaufen vor der Cheops-Pyramide gefunden haben. Der große Brocken wird das erste Mal seit 1872 der Öffentlichkeit gezeigt. Er ist eine der letzten verbliebenen Steine der Außenverkleidung der Großen Pyramide und der einzige, der außerhalb Ägyptens gezeigt wird, wie die Schotten stolz bekannt gaben. Das gefiel Ägyptens Regierung jedoch gar nicht und forderte Dokumente ein, die die rechtmäßige Ausfuhr dieses Steins belegen sollten. Natürlich mischte sich auch Zahi Hawass ein und bezeichnete die Ausstellung als „schändlich“. Er bezweifelt die Echtheit des Steins und warf dem Museum „billige Propaganda“ vor.

Nachdem sich das National Museum überzeugt davon zeigte, alle notwendigen Dokumente für die legale Einfuhr des Steins zu haben, setzte die ägyptische Regierung noch einen drauf und forderte daraufhin die Zertifizierungsdokumente von allen im National Museum gezeigten ägyptischen Objekte an. Mal sehen, wer am längeren Hebel sitzen wird…

Die Pyamidenstein-Affäre Teil 2

Die Cheops-Pyramide war leider auch der Tatort einer weiteren unerfreulichen Begebenheit. Ein Schmierfink aus Bulgarien nutzte einen unbeobachteten Moment, um den Namen seines Lieblingsclubs „Loko 2019“ (Lokomotive Sofia) in kyrillischer Schrift in einem unteren Block der Pyramide zu ritzen. Aufgedeckt hatten es andere bulgarische Touristen, die empört ein Foto dieser Tat in den sozialen Medien posteten. Der Vandale wird leider schon längst über alle Berge sein….

Rückkehr eines Steins

Während der Erfolg über die Rückkehr des Pyramidensteins aus Großbritannien ungewiss ist, hatten die Ägypter bei der Rückführung eines anderen Steins Erfolg. Ägypten bekam einen Block mit einer Kartusche Amenophis I. zurück , der 1988 im Open-Air Museum im Karnak-Tempel gestohlen wurde. Nachdem er in einem Auktionshaus in London versteigert werden sollte, setzte das Antikenministerium alle Hebel in Bewegung, den Stein zurückzuerhalten.

Bild: Antikenmnisterium Ägypten

Luxor soll schöner werden…

…deswegen plant das Luxor Governement die Pflanzung von einer Million (!) Obstbäume. Die Bäume sollen für bessere Luft in der Stadt sorgen und Luxor grüner werden lassen. Wer hinterher eine Millionen Obstbäumchen gießen soll, ist die eine andere Frage. Das klingt schon sehr stark nach purer Pubilicity.

Aida

Ein besonderes Highlight erwartet alle Opern-Fans. Am 26.10. und 28.10.2019 wird vor dem Hatschepsut Tempel in Theben-West die Oper Aida aufgeführt. Tickets gibt es ab dem 01. Februar zu kaufen. Mehr Informationen erhaltet ihr in Kürze auf der Facebook-Seite

Adoptiere eine Mumie

Zum Schluss möchten wir euch noch auf eine Spendenkampagne aufmerksam machen. In Kafr Hassan Dawood im Nildelta liegen etliche Mumien von der frühgeschichtlichen bis in die römische Zeit begraben. Durch steigendes Grundwasser und Gebäudearbeiten ist diese wichtige antike Stätte jedoch in Gefahr. Dr Lawrence Owens and Dr Geoffrey Tassie haben vom Antikenministerium die Genehmigung erhalten zu retten was zu retten ist. Dies ist die letzte Chance und daher haben die beiden ein Projekt ins Leben gerufen, um ihr Vorhaben zu finanzieren. Für 65$ kann eine Mumie gerettet und adoptiert werden. Aber auch jede noch so kleine Spende ist willkommen. Mehr Informationen findet ihr auf der Spendenseite des „Adopt an egyptian mummy“-Projekts

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