Logo der Ausstellung in Los Angeles und darunter einige Objekte, die in der Wanderausstellung zu sehen sein werden © Laboratoriorosso, Viterbo/Italy

Widerstand gegen Wanderausstellung mit Tutanchamuns Schätzen

Am 24. März diesen Jahres startet in Los Angeles die große Wanderausstellung „King Tut: Treasures of the Golden Pharaoh“. In den nächsten 7 Jahren wird sie in 7 verschiedenen Ländern zu sehen sein. Anlass dieser Sonderaustellung ist das Jubiläum der Entdeckung von Tutanchamuns Grab, das sich 2022 zum 100. Mal jährt. Doch es regt sich Widerstand gegen die Tour.

Von insgesamt mehr als 5000 Stücken aus Tutanchamuns Grab werden 166 Artefakte zu sehen sein. Der Rest wartet auf die Eröffnung das Grand Egyptian Museum, das statt Mitte diesen Jahres jetzt wohl doch erst Ende des Jahres teileröffnet wird. So sind es keine Hauptstücke, die auf Tour gehen aber doch sehenswerte.

Die „Egypt’s Heritage Task Force“ unter der Federführung der Aktivistin Monica Hanna, nennt die Wanderausstellung eine „Katastrophe“. Vor allem, dass die Ausstellung von einer privaten Firma organisiert wird, ist den Aktivisten ein Dorn in Auge. Laut der Task Force dürfen nach dem Antikengesetz nur Replikate verliehen werden, nicht Originale und dann auch nur an wissenschaftliche Gremien oder Museen und nicht an private Firmen wie das California Science Center (was mehr einem Vergnügungspark, denn einem Museum ähnelt) . So könne nicht garantiert werden, dass die Artefakte einfach gestohlen, gefälscht oder ersetzt werden.

Die Versicherungssumme eines dort ausgestellten goldenen Sarkophages von Tutanchamun z.B. sei mit 5$ Mio US Dollar lächerlich wenig. Das Unternehmen könne einfach den Sarkophag als gestohlen melden und die 5 Mio US$ bezahlen.

Gahrib Sonbol, ein Mitglied des Veranstaltungskomitees der Tut-Ausstellung, findet zumindest die Repliken-Sorge unbegründet. Jedes Artefakt soll ein Siegel erhalten, damit alle Objekte weder gefälscht, noch ersetzt werden können.

Eine weitere Befürchtung von Monica Hanna ist die, dass das Grand Egyptian Museum nun erst mit dem Beenden der Wanderausstellung nach sieben Jahren eröffnet wird (wenn das so weiter geht, wird dem wohl auch so sein…)

Eine Kampagne soll Präsident al-Sisi nun dazu bewegen, eine Untersuchung in die Wege zu leiten. Ob in der Kürze andere Konditionen ausgehandelt werden, ist zu bezweifeln und ein Unternehmen wird sicherlich mehr Geld in die immer leeren Kassen des Antikenminsteriums spülen als ein Museum (bei Eintrittspreisen bis zu 40$ für einen Erwachsenen werden sich wohl beide Seiten eine goldene Nase verdienen…).

Die Weltpremiere der Wanderausstellung King Tut: Treasures of the Golden Pharaoh findet vom 24. März 2018 bis 06. Januar 2019 im California Science Center, 700 Exposition Park Drive, Exposition Park statt.

Siehe auch Artikel: Antikenministerium widerspricht Kritik zur Tutanchamun-Ausstellung

 

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