Logo der Ausstellung in Los Angeles und darunter einige Objekte, die in der Wanderausstellung zu sehen sein werden © Laboratoriorosso, Viterbo/Italy

Antikenministerium widerspricht Kritik zur Tutanchamun-Ausstellung

Viel Kritik hatte es für die geplante Tour mit einem Teil von Tutanchamuns Schätzen gegeben (wir berichteten). Nun hat man sich auch offiziell zu der Ausstellung geäußert.

Die Vorwürfe reichten über zu schlecht versichert, zu wenig Einnahmen (50 Millionen, also nur $166 Dollar am Tag) bis hin zum Vorwurf, Ägypten dürfte nur Replikate und keine Altertümer an private Organisationen verleihen.

Monica Hanna, Kopf der Aktion gegen die Ausstellung, prangerte dazu noch das private Unternehmen an, dass die Ausstellung organisiert. Schon im Jahr 2000 hatte das Unternehmen die Ägypten-Austellung „Quest for Immortalty“ organisiert, bei der ein Würfel von einem Senet Spiel auf unerklärliche Weise verloren gegangen ist.

Replikate

Zahi Hawass erklärte dazu in der Al-Ahram Weekly, dass die Behauptungen alle haltlos wären. Es handelt sich nämlich nicht um Originale wie behauptet, sondern um Duplikate. Der goldene Sarkophag z.B. wäre ein 40cm großes Duplikat und die Einnahmen werden mehr als 10 Mio Us Dollar in jedem Land betragen, in dem Tutanchamuns Schätze zu sehen sein werden. Außerdem sei die Austellung „Quest for Immortailty“ von einem anderen Unternehmen organisiert worden.

Auch der „Supervisor-General“ des Grand Egyptian Museums, Tarek Tawfik bestätigte, dass es sich bei den Stücken um Replikate handelt und die Eröffnung des GEM Ende des Jahres deswegen keineswegs in Gefahr sei, sagte aber gleichzeitig, dass es es mehr als 400 Uschebtis seien, da falle es nicht auf wenn ein Dutzend solcher Figuren ins Ausland reist und er betonte dazu noch, dass Tutanchamuns Grab mehr als 5200 Stücke beinhaltet.

Und zuletzt gab auch der Antikenminister Khaled el-Anany zu, dass es sich bei den Objekten nur um Replikate handelt und auch hier wird in einem Atemzug noch mal Bezug auf die Originale vn Tuts Grabbeigaben genommen: Tutanchamuns Schatz hätte zwei von den berühmten schwarzen Ka-Statuen und in der Wanderausstellung wäre nur eine zu sehen. Zudem wäre noch die Hälfte der gefordeten Objekte für die Ausstellung abgelehnt worden und die verschickten Stücke von mehreren Seiten genehmigt worden. Zudem begleitet noch ein Offizier der Touristen- und Antikenpolizei, ein Restaurator und ein Kurator die Ausstellung.

Die Versicherungssumme gibt der Antikenminister auf $800 Millionen an. Außerdem schätzt er die Einnahmen auf $50 Millionen pro Land (die Austellung soll in sieben Ländern gezeigt werden). Dazu kommen noch Anteile auf die verkauften Tickets und Souvenirs, die er mit 10% pro verkauftem Stück angibt, genau wie $1 Dollar für jeden Besucher über 400 000 bis hin zu 4$ pro Besucher bei 700 000 Besuchern.

Und was sagt das California Science Centers zu den Vorwürfen, es handelt sich um Replikate: „The exhibition includes 150 authentic objects from the tomb of Tutankhamun and is the only exhibition to feature authentic objects from King Tut’s tomb“, steht in deren FAQ. Also „authentisch“ könnte ja  alles sein. Das Wort Replikate wird nicht in den Mund genommen.

Der Run auf die Tickets geht zumindest weiter. Das California Science Centers  meldet, dass bereits fast alle Tickets ausverkauft sind.

Ausstellung nicht in Deutschland

Weitere Etappen für die Ausstellung sind das Museum of Science and Industry at the Parc de la Villette in Paris, das Saatchi Museum in London, das Smithsonian Museum in Washington, das Sydney Museum in Australia, das National Museum in South Korea, das Franklin Institute in Philadelphia, das Field Museum in Chicago, das Muri Art Centre in Tokyo und das Osaka Museum of Art.

In Deutschland wird die Austellung also nicht zu sehen sein. Wenn es sich dabei wirklich nur um Replikate handelt, ist das auch nicht weiter schlimm. Eine andere Ausstellung mit Replikaten von Tutanchamuns Schätzen ist hier schon in einigen Städten gezeigt worden. Leichte Zweifel bleiben, ob es sich hierbei wirklich um Replikate handelt…

Die Weltpremiere der Wanderausstellung King Tut: Treasures of the Golden Pharaoh findet vom 24. März 2018 bis 06. Januar 2019 im California Science Center, 700 Exposition Park Drive, Exposition Park statt.

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