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3200 Jahre altes Grab des Panehsy und vier weitere Grabkapellen in Sakkara gefunden

Eine Mission aus niederländischen, italienischen und ägyptischen Archäolog:innen hat in Sakkara, nahe der berühmten Stufenpyramide des Djoser, das Grab eines hohen Beamten namens Panehsy aus der Zeit Ramses‘ II. (Neues Reich, 19. Dyn., ca. 1250 v.Chr.) ausgegraben. Weiterhin fand das Team, das in Sakkara bereits seit 50 Jahren für das Reichsmuseum der Altertümer in Leiden und für das Ägyptische Museum Turin gräbt, vier Kapellen mit Gräbern, die ebenfalls aus dieser Zeit stammen.

Das Grab des Panehsy

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Das große Grab des Panehsy besteht aus einem 13,4 × 8,2 m großen Hof mit einem Tempelgebäude darauf, das auch drei Kapellen und einen Säulenhof beherbergt. Von dort führt auch ein Schacht zu den unterirdischen Grabkammern. Panhesy war „Verwalter des Tempels von Amun“. Die Mauern des Grabes sind bis zu einer Höhe von 1,50m mit Reliefs verziert, die Panehsy und seine Frau Baia, eine „Sängerin des Amun“ zeigen, sowie Priester und Opferträger. Panehsy war zu dieser Zeit ein häufiger Name, doch dieser spezielle „Panehsy von Memphis“, wie es so in den Hieroglyphen zu lesen ist, war der Forschung bislang unbekannt.

In einem besonders schönen Relief sitzt Panehsy mit seiner Frau an einem Opfertisch und wird von einem kahlköpfigen, mit einem Leopardenfell geschmückten Priester namens Piay mit Wasser besprengt. Dieser Priester Piay war „Schreiber des Opfertisches“ und „Stellvertreter von Panehsy“, also vermutlich ein Untergebener des Grabherrn, der für die Bestattungsriten zuständig war. Diese Aufgabe kam eigentlich immer dem ältesten Sohn des Verstorbenen zu, aber vielleicht hatte Panehsy keine Kinder.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Die vier kleinen Kapellen

Östlich des großen Grabes von Panehsy fanden die Archäolog:innen vier weitere Grabkapellen mit Gräbern. Eines davon nennt als Besitzer einen Yuyu, der den ungewöhnlichen Titel eines „Goldfolienherstellers aus der Schatzkammer des Pharaos“ trug. Auf den Reliefs seines Grabes sieht man einen Leichenzug, die anschließende Wiederbelebung der Mumie für das Leben im Jenseits, sowie Darstellungen der Hathor-Kuh und der Barke des lokalen Gottes Sokar.

Das Grab des Yuyu war bereits vor über 100 Jahren entdeckt worden und zwei Türpfosten des Grabes befinden sich seit 1927 im Museé de Picardie in Amiens (Frankreich). Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Grab aber wieder vom Wüstensand bedeckt und nun erneut ausgegraben. Obwohl das Grab relativ klein ist, wurden hier vier Generationen der Familie Yuyus verehrt.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Über die weiteren kleinen Kapellen gibt es bislang keine Informationen, außer der, dass die Skulpturen darin den bekannten Grabstatuen von Maya und Merit aus der Zeit des Tutanchamun ähneln, die die Künstler dieser Kapellen vielleicht als Vorbilder nahmen.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Die Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten werden für das Leidener Museum von Dr. Lara Weiss, Kuratorin der ägyptischen und nubischen Sammlung des RMO, und für die italienische Seite von Dr. Christian Greco, Direktor des Museo Egizio, geleitet. Die Leiden-Turin-Expedition in Sakkara möchte das Verständnis für die Geschichte dieser über 3000 Jahr lang genutzten Nekropole sowie über die in vielen Museen der Welt beheimateten Stücke daraus verbessern.

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