Foto: Antikenministerium Ägypten

Deutsche Archäologen machen weitere Funde in Heliopolis

Über 6 Monate ist es nun her, dass ein Team von deutschen und ägyptischen Archäologen den großen Teil einer Statue von Psammetich I. im antiken Heliopolis (heutiges Matariya, Kairo) gefunden hat (wir berichteten u.a. in diesem Artikel darüber). Nun konnten die Archäologen die Entdeckung von 4500 weiteren Fragmenten des Quarzit-Koloss verkünden.

An dieser Darstellung sieht man, wie beeindruckend einst die Statue von Psammetich I. gewesen sein muss. Bild: Antikenministerium Ägypten

Zusammen mit den bisher entdeckten Fragmenten, konnten nun insgesamt 6400 Einzelstücke der Statue eingesammelt werden, wie Dr. Aiman Ashmawy, ägyptischer Grabungsleiter neben Dr. Dietrich Raue aus Leipzig, mitteilte. Die neuen Stücke würden die Vermutung weiter bestätigen, dass es sich um eine stehende Statue des Pharaos handelt. Er hält, eher ungewöhnlich, seinen linken Arm vor seinem Körper. Eine Darstellung am hinteren Stützpfeiler zeigt den knieenden Pharao vor dem Schöpfergott Atum von Heliopolis.

Die meisten Fragmente wurden in einer Grube südlich des Statuensockels gefunden. Vielleicht wurde diese Grube während der Fatimiden angelegt, als die Tempelmauern für den Bau anderer Gebäude abgetragen wurde.

Die Statuen-Fragemte werden nun ins Ägyptische Museum gebracht, so Dr. Ashmawy.

Dr. Dietrich Raue ergänzte, dass die Mission ihre Arbeit im Areal des Tempels von Nektanebo I (380-363 v. Chr.)  fortgeführt hat. Eine große Anzahl an Fragmenten wurde gefunden, die einst zu einem Tor aus Quarzit von Ramses II. und Nektanebo I. gehörten.

Falkenfries. Foto: Antikenministerium Ägypten

Foto: Antikenministerium Ägypten

Geophysikalische Untersuchungen haben eine Reihe von Arealen mit einer großen Anzahl von Fragmenten des früheren Tempels zum Vorschein gebracht. Bei den Ausgrabungen wurden einige außergewöhnliche Funde gemacht, wie Falken-Friese, der Teil eines Tores von Merenptah und Teile einer Sphinx aus roten Granit aus der Ramessiden-Zeit. Die Archäologen sind sich nun sicher, dass Nektanebo I. sein Gebäude zu einem Haupttempel aus früherer Zeit erbauen ließ.

Im ptolemäischen Werkstattbereich sind die Archäologen ebenfalls fündig geworden: Sie entdeckten neue Räume aus der mittleren ptolemäischen Epoche, in denen Fragmente von Tempelausstattungen gefunden wurden, die wahrscheinlich schon im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. benutzt und in der ptolemäischen Zeit wiederverwendet wurden. Die Arbeiten wurden begleitet von archäobotanischen und archäozoologischen Studien.

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  • Anne-L. Klink

    Ich lese Euren newsletter immer mit großem Interesse und bedanke mich auf diesem Wege, für die viele Arbeit und das Wissen, das dahinter steckt.

    freundlichen Gruß
    Anne-L. Klink

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