Fotos: Antikenministerium Ägypten

Grab eines Goldschmieds in Theben-West entdeckt

Schon lange Zeit rumorte die Gerüchteküche über ein neues Grab am Westufer von Luxor. Heute hat das Antikenministeriums die Gerüchte auf einer offiziellen Pressekonferenz bestätigt. In Dra Abu el-Naga fanden ägyptische Archäologen das Grab eines Goldschmieds des Gottes Amun-Re aus der 18. Dynastie. Und nicht nur der Fund diesen Grabes konnte heute verkündet werden…

Das neu entdeckte Grab des Goldschmieds Amenhemhat (Kampp 390) führt vom Innenhof aus in eine quadratischen Kammer, in der sich eine Nische mit zwei Statuen befindet. Sie zeigen den Grabherrn zusammen mit seiner Frau und eine kleinere Figur zwischen ihren Beinen, die ihren Sohn darstellt.

Ungewöhnlicher Name für eine Frau

Die Ehefrau des Grabinhabers trägt mit Amenhotep einen eher ungewöhnlichen Namen, der bisher nur für Männer bekannt war. Amenhotep trägt hier aber andeutig den Titel „Herrin des Hauses“

Grab wurde in der 3. Zwischenzeit wiederbenutzt

Es wurden zwei Grabschächte entdeckt. Neben dem Grabherrn und seine Frau liegen dort noch weitere Mumien, Sarkophage und Totenmasken aus Holz zusammen mit mehreren Uschebti Figuren . Einige Sarkophage stammen aus der 21./22. Dynastie. Das Grab wurde also in der 3. Zwischenzeit wiederbenutzt.

Familie aus dem Mittleren Reich mit Zahnproblemen

Im Vorhof stießen die Archäologen zudem noch auf einen weiteren Grabschacht mit einem Familienbegräbnis aus dem Mittleren Reich. Im Grab liegen zwei hölzerne Sarkophage mit Mumien und verschiedene Kopfstützen.

Die Osteologin Sherine Ahmed Shawqi hat bereits einen ersten Blick auf die menschlichen Überreste geworfen. Die Frau ist im Alter von 50 Jahren verstorben. Sie litt stark unter Karies, der zu Abzessen in ihrem Kiefer und einer bakteriellen Entzündung in ihren Knochen führte.

Die Frau hat wahrscheinlich sehr gelitten, weil die Größe ihres Karbunkels (Eiterbeule) ungewöhnlich groß war, wie Shawqi meint und ergänzt, dass im Sarkophag die Kopfstütze der Frau genauso wie einige Keramiken gefunden wurden.

Die Erstuntersuchungen an ihren Kindern ergaben, dass es sich um zwei erwachsene Männer zwischen 20-30 Jahren handelte. Beide sind in einem sehr guten Erhaltungszustand. An ihren Knochen befindet sich sogar noch die Einbalsamierungsflüssigkeit. Einer der beiden Söhne litt zu Lebzeiten ebenfalls unter Karies.

Grabbeigaben

Der Artikel der Ahram Online ist leider etwas wirsch geschrieben, aber die aufgezählten Grabobjekte, die direkt unter der Familie mit Zahnproblemen kommen, gehören wahrscheinlich eher zu dem Grab des Goldschmieds:

Darunter sind die Überreste einer Opferplatte aus Kalkstein, vier hölzerne Sarkophage, teilweise zerstört und mit Hieroglyphentexte und Szenen unterschiedlicher Götter verziert. Außerdem fanden die Archäologen noch eine Doppelstatue aus Sandstein von einem Händler aus König Thutmosis III. Tempel namens Mah.

150 Uschebtis aus Fayence, Holz, gebranntem Ton, Kalkstein und Schlammziegeln wurden ebenfalls entdeckt.

Grabkegel deuten auf weitere Gräber hin

Zu den interessantesten Funden gehört sicherlich eine Sammlung von 50 Grabkegeln (Tonnägel, die an der Fassade von Gräbern angebracht wurden). Ganze 40 von ihnen belegen die Präsenz von anderen Gräbern, die zu vier Offziellen gehören, wie die Ahram Online schreibt.

Die letzten Ruhestätten von den vier Männern namens Maati, Bengy (?), Rourou (?) und dem Wesir Ptahmes, konnten bisher noch nicht entdeckt werden. Die anderen Stempel in den Kegeln gehören zu Neb-Amun, Getreidearbeiter und Aufseher von Amun’s Getreidespeicher, dessen Grab wahrscheinlich schon entdeckt wurde (Grab TT145) und Nebensu, Hoheprieser des Amun, dessen Grab, dessen Grab ebenfalls schon ausgegraben wurde( (Kampp 143)

Im April diesen Jahres wurde bereits eine aufsehenerregende Entdeckung in Dra Abu el-Naga gemacht und die beiden Funde werden sicherlich nicht die letzten sein.

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