Sphingenallee vor dem Luxortempel

Luxors Sphingenallee soll 2018 endlich fertig sein

Die teilweise von Sphingen gesäumte Verbindungsstraße vom Luxortempel zum Karnaktempel, die sogenannte Al-Kabbash, soll im kommenden Frühjahr fertiggestellt sein und dann in einem großen Festakt eingeweiht werden. Das vermeldete Antikenminister Khaled El-Anany in einem Pressestatement Anfang dieses Monats, als er die Baustelle besuchte.
Und wie die meisten seiner Amtsvorgänger sparte er dabei nicht mit Superlativen: Dies sei das größte archäologische Projekt im Mittleren Osten und Luxor werde damit das größte Open Air Museum der Welt haben.

Bau der Sphingenallee 2012 quer durch Luxor

Bereits Jahre vor der Revolution von 2011 hatte man den Plan gefasst, diese 2700m lange Prozessionsstraße des alten Ägyptens wiederherzustellen. Im Laufe der Jahrhunderte war die Strecke aber von Einwohnern mit Häusern bebaut worden und ganze Stadtteile standen nun im Weg; viele Häuser mussten geräumt und abgerissen werden. Nicht nur die Proteste der betroffenen Einwohner, auch finanzielle und administrative Probleme verursachten einen fast zweijährigen Baustopp des Projektes.


Seit 2011 hieß es dann immer mal wieder, dass Teilstücke der Allee fertig seien und eröffnet würden (siehe hier: 2011, 2013, 2015). Mit seiner Ankündigung der Eröffnung im nächsten Jahr scheint der Antikenminister nun aber die komplette, 2700m lange Strecke zu meinen.

Beginn der Bauarbeiten an der Sphingenallee vor dem Luxortempel

In der Antike diente diese Straße als Prozessionsweg für das jährliche Opetfest. Zu diesem Fest wurden die Statuen der Götter auf tragbaren Barken vom Karnak- zum Luxortempel getragen. Aus wiederverwendetem Baumaterial schließt man, dass bereits in der 12. Dynastie (ca. 1900 Jahre v.u.Ztr.) an der Stelle des heutigen Luxortempels ein Heiligtum gestanden hat. Sechs Dynastien später ließ dann Amenophis III. an dieser Stelle einen großen Tempel erbauen, der Jpt-rst genannt wurde (Ipet-Reset = Südlicher Harem); spätere Pharaonen erweiterten den Tempel und sogar die Griechen und Römer bauten noch daran herum.

Kleine Sphingenallee vor dem Karnaktempel

Die ministerielle Ankündigung der Eröffnung im nächsten Frühjahr darf, zumindest was den Zeitpunkt angeht, mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden. Das Antikenministerium liebt große Ankündigungen, die später leider nicht immer halten, was versprochen wurde. Hauptsächlich sollen die Pressemitteilungen wohl den stark eingebrochenen Tourismussektor fördern. Aber wer die ägyptische Mentalität kennt, der ahnt, dass die Ankündigung, die Eröffnung finde „im nächsten Frühjahr“ statt, vermutlich bedeutet, dass es 2018 noch nichts mit der Eröffnung werden wird. Aber wann auch immer: Wir freuen uns auf den Tag, an dem wir auf der fertigen Sphingenallee vom Luxor- zum Karnaktempel (oder umgekehrt) flanieren können. Inschallah!

Das könnte Dich auch interessieren

3 Kommentar(e)

Einen Kommentar schreiben
  • Alois Weinzetl

    Servus Selket!
    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich möchte dieses Ereignis schon noch erleben.
    Chancen habe ich noch!

    Eines vermisse ich.
    Warum kann man die Einzelberichte nicht mehr auf Facebook teilen?
    Früher war es doch möglich. Meine Bekannten wären vielleicht auch interessiert an diesem Beitrag.

    Liebe Grüße an Carina Felske
    Alois Weinzetl

  • Friedrich Rhiemeier

    Vielleicht weil facebook im akademischen Umfeld (auch anderem) mit gutem Grund einen peinlich bis ziemlich miesen Ruf hat.?
    Dank an alle, die für diese diese webside arbeiten.
    Friedrich Rhiemeier

  • Selket

    Naja, so weit würde ich jetzt nicht gehen. Ich kenne viele Akademiker, die auch auf Facebook unterwegs sind. Aber auf dem Blog wird natürlich weiterhin hauptsächlich gearbeitet und die Artikel nur auf facebook&co geteilt 😉

    Alois, eigentlich sollte das funktionieren. Auf der Facebook-Seite sieht man ja auch, dass die Beiträge geteilt werden. Ich schreibe dir mal eine Nachricht.

Kommentar schreibenBitte sei höflich. Wir wissen das zu schätzen

Dein Kommentar