Sarkophage für Skarabäusmumien, Sakkara. Foto: Antikenministerium Ägypten

Skarabäusmumien! – und ein intaktes Grab aus dem Alten Reich?

Auf einer Pressekonferenz in Sakkara vor Mitgliedern des ägyptischen Parlaments und rund 30 ausländischen Botschaftern verkündete Antikenminister Khaled El-Enany am Samstag die erste von drei großartigen Entdeckungen, die kürzlich in verschiedenen archäologischen Stätten gemacht wurden. Die hier in Sakkara vorgestellte Entdeckung fand in der Nähe der Pyramide des Userkaf, dem Begründer der 5. Dynastie des Alten Reichs, statt. Die anderen beiden Endeckungen sollen noch bis Jahresende ebenfalls verkündet werden.

PK des Antikenministers El-Enany in Sakkara. Foto: Antikenministerium Ägypten

Eine französische Delegation hatte schon vor über 10 Jahren auf der östlichen Seite des Pyramidenkomplexes gegraben und dabei mehrere Gräber aus dem Alten und Neuen Reich gefunden, von denen einige in der Spätzeit für Katzenbegräbnisse umgenutzt worden waren. Im Jahr 2013 seien die Arbeiten der Franzosen aber gestoppt worden, sagte El-Enany. Die ägyptische Delegation habe nun im April die Suche nach Gräbern fortgesetzt. Dafür habe man sich gezielt den Bereich um die Rampe zu Userkafs Pyramide hin ausgesucht, weil man dort am ehesten Gräber aus dem Alten Reich vermutete.

Sieben neue Gräber

Dabei habe man zunächst drei einfache Gräber aus dem Neuen Reich gefunden, die später ebenfalls für Katzenbegräbnisse genutzt worden waren. Außerdem wurden aber tatsächlich auch vier Gräber aus dem Alten Reich gefunden, von denen das wichigste einem Khufu-Imhat gehört, der den Titel „Aufseher der königlichen Gebäude im königlichen Palast“ trug. Es wird in die späte 5. oder frühe 6. Dynastie datiert.

Mumifizierte Skarabäuskäfer

Erstmals wurden nun in dieser Gegend (Memphis/Sakkara) auch mumifizierte Skarabäus-Käfer gefunden. Sie lagen in einem rechteckigen Kalkstein-Sarkophag mit gewölbtem Deckel, der mit drei aufgemalten, schwarzen Skarabäen verziert ist (siehe Titelbild). Sie sind in Leinenbinden eingewickelt und in anscheinend sehr gutem Zustand. Weitere Käfermumien fand man in einem quadratischen Sarkophag mit einem aufgemalten Skarabäus an der Seitenwand (dito).

Nekropole für Tierbestattungen

Hölzerne, vergoldete Katzenstatue, Sakkara. Foto: Antrikenministerium Ägypten

Da Sakkara anscheinend in der Spätzeit auch eine Nekropole für Tierbestattungen war, fand man nun auch dutzende Katzenmumien, etwa 100 hölzerne, vergoldete Katzenstatuen, eine Bronzestatue der Katzengöttin Bastet und eine vergoldete Statuengruppe, die einen Löwen, eine Kuh und einen Falken darstellt – vermutlich zur Verehrung der Götter Sachmet, Hathor und Horus.

Daneben wurden auch viele Grabbeigaben und andere Artefakte endeckt: bemalte Sarkophage mit Mumien von Schlangen und Krokodilen, rund 1000 Faiyence-Amulette verschiedener Götter oder in Form des Udjat-Auges, das ein mächtiges Schutzsymbol war. Drei Alabasterkanopen, Schreibgeräte, demotisch und hieratisch beschriftete Papyri, manche mit darauf geschriebenen Teilen des Totenbuchs, 30 Tontöpfe, eine Kopfstütze und Gefäße aus Alabaster und Bronze sind auch unter den herausragenden Fundstücken. Neben diesen Grabbeigaben wurden aber auch viele Reliefteile gefunden, Teile von Scheintüren und zwei Teile eines Türsturzes, der zum Grab eines Wesirs aus dem Alten Reich, Anch-Mahur, gehören müsste. Auf einer anderen Scheintür fand man zwei weibliche Namen: Subek Sekt und Mafy. Wer sie waren, muss noch herausgefunden werden.

Fundstücke aus Sakkara. Foto: Antikenministerium Ägypten

Ein noch ungeplündertes 4500 Jahre altes Grab?

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet auf ihrer Internetseite darüber, dass auch der Eingang zu einem noch ungeöffneten Grab aus der 5. Dynastie gefunden wurde. Dies habe Mostafa Waziri gesagt, Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer. Warum dieses Grab im Pressetext des Antikenministeriums nicht erwähnt wird, ist unklar. Vielleicht ist dies eine der zwei anderen, bereits angekündigten Entdeckungen? Es wäre allerdings ungewöhnlich, wenn ein ranghoher Mitarbeiter dies nun bereits ausgeplaudert hätte. Laut Mohamed Youssef, dem Direktor des Sakkara-Geländes, ist der Fund jedenfalls deshalb ungewöhnlich, weil Eingang und Fassade dieses Grabes noch intakt seien. Das könnte bedeuten, dass dieses Grab noch unberührt, also nicht geplündert worden sei, meint er. Es soll nun in den nächsten Wochen geöffnet werden.

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