Linkes Bild: eine der gefundenen Wohnstätten. Die Anlage, in der das Haus liegt, könnte früher ein Schlachtbetrieb gewesen sein. Rechts oben ist die grafische Rekonstruktion des Hauses zu sehen, rechts der Hof eines solchen Hauses. Mit freundlicher Genehmigung: Mark Lehner, Ancient Egypt Research Associates

Zwei antike Wohnstätten in Gizeh gefunden

Archäologen haben zwei antike Wohnstätten in der nähe der Pyramiden von Gizeh entdeckt. In einem antiken Hafen, der während des Baus der Pyramide von Mykerinos (altägyptisch: Menkaure) genutzt wurde, wohnten vielleicht Beamte, die für die Aufsicht der Lebensmittelproduktion für die dort ansässige Miliz zuständig waren.

Eines der Häuserstrukturen könnte einem Beamten gehört haben, der für die Viehaltung und Schlachtung der Tiere zuständig war. In dem anderen Haus könnte ein Priester, der Teil einer Institution namens „wadaat“ war, gelebt haben.

Einige Siegel, die in der Nähe des vermeintlichen Haus des Priesters gefunden wurde, erwähnen die wadaat, eine altägyptische Institution, dessen Priester hochrangige Beamte in der Regierung sein konnten, so Mark Lehner, Direktor der Ancient Egypt Research Associates, die an dieser Stelle ausgraben. Dieses Anwesen grenzt an eine Gebäudegruppe, in der vermutlich Malz verarbeitet wurde, so dass sein Bewohner vielleicht der Aufseher über die Brauereien und Bäckereien jener Zeit war, wie Lehner in der LiveScience sagte.

Das Haus, das vielleicht früher einmal einem Priester gehört hat. Zumindest fand man in der Nähe Siegel mit der Inschrift der priesterlichen Organistaion „wadaat“ von Mykerinos. Mit freundlicher Genehmigung: Mark Lehner, Ancient Egypt Research Associates

Die zwei Wohnstätten grenzen an eine Serie von Strukturen, die Marc Lehner als „Gallerien“ bezeichnet und die eine Miliz bei Gizeh beherbergt haben könnte. In diesen Gallerien könnten mehr als 1000 Bewohner untergebracht worden sein. Die Produktion von Essen nahe der beiden Wohnhäuser waren wahrscheinlich hauptsächlich für die Menschen, die in den Gallerien lebten. Ein Teil der Lebensmittel könnte auch an die Arbeiter der Mykerinos Pyramide gegangen sein, so Lehner.

Die Lebensmittelproduktion nur für die Menschen, die in den Gallerien lebten, muss immens gewesen sein. Die Menge am benötigten Emmer, das zu Brot verarbeitet wurde, muss 877,54 Kilogramm pro Tag betragen haben, wie Claire Malleson, Archäobotanikerin in einer Arbeit veröffentlich hat, die im Buch „Exploring the Materiality of Food Stuffs“ (Routledge, 2017), veröffentlicht wurde.

Der Hafen, in dem die Wohnsätten liegen, muss „im wesentlichen der nationale Hafen dieser Zeit“ gewesen sein, so Lehner. Waren und Materialien kamen von überall her aus Ägypten und dem östlichen Mittelmeer. Die Archäologen fanden schon andere Wohnstätten in diesem Hafen, darunter einen sehr großes Haus mit 21 Räumen, das von den im Hafen arbeitenden Schreibern benutzt wurde.

Ein Hafen war wahrscheinlich ebenfalls für den Bau von Cheops großer Pyramide in Betrieb. Davon spricht zumindest das Logbuch eines Inspektors namens Merer, das im 27. Jahr von Cheops Regierung geschrieben und 2014 am Roten Meer entdeckt wurde.

Die Ausgrabungen in dieser Region werden 2019 fortgesetzt.

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