Nur wenige Überreste sind noch von Amarna übrig geblieben. Satellitenaufnahmen sollen helfen, mehr über die Baustruktur der alten Hauptstadt herauszufinden
Foto: Friedrich Graf

Amarna vom All – Satellitenbilder sollen Echnatons alte Hauptstadt rekonstruieren

Auch wenn nur noch die Grundmauern zu sehen sind – kaum eine andere antike Stadt in Ägypten ist für Forscher und Archäologen so interessant wie Echnatons alte Haupstadt Achetaton (heutiges Tell el-Amarna). In nur drei Jahren wurde sie aus dem Boden gestampft, doch ihr Ruhm währte nicht lange. Direkt nach Echnatons Tod wurde sie dem Wüstensand überlassen und die Baumaterialien für die Errichtung anderer Gebäude wieder abgetragen. Die Archäologen können also nur mit wenigen Überresten versuchen, das alte Achetaton zu rekonstruieren. Helfen sollen nun flächendeckende, hochauflösende Satellitenaufnahmen.

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Das Team der belgischen Universität in Leuven erfasste und analysierte Aufnahmen aus 450km Höhe. Anhand der Bilder konnten die Archäologen im nördlichen Bereich der Stadt auf einer Fläche von 12km ein antikes Industriegebiet mit zahlreichen Minen ausfindig machen.


Harco Willems, Leiter des belgischen Teams, sagte der Ahram Online, dass sie mehrere antike Gänge und Straßen entdecken konnten, die unter normalen archäologischen Bedingungen wegen der festen Bodenstruktur nur sehr schwer hätten gefunden werden können.

Das belgische Team entdeckte auch einen Hafen nahe des Flusses, von wo aus die kompakten Talatat Blöcke für den Bau von Tempeln und Gebäuden in den östlichen Bereich der Stadt transportiert wurden.

Die Aufnahmen seien wichtig für das Verständnis, wie die alten Ägypter die Stadt erbaut hätten, so der Antikenminister Mamdouh el-Damaty. Die Archäologen wollen die Aufnahmen nun weiter untersuchen und vielleicht sogar noch das ein oder andere bisher unentdeckte Gebäude in Echnatons alter Hauptstadt finden.

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