Foto von Oxyrhynchos Papyrus 5245
Oxyrhynchos Papyrus Nr. 5245 mit 6 Rezepten gegen Leiden am Kopf. Bild: © The Egypt Exploration Society

„Die Zehn Gebote“ wurde schon vor 2000 Jahren in Ägypten aufgeführt

Ostern naht. Und damit auch der alljährliche Klassiker „Die Zehn Gebote“ mit Charlton Heston als Moses und Yul Brynner als Ramses. Was die wenigsten wissen: Die Geschichte über Moses wurde schon 2000 Jahre vor dem Filmklassiker als Theaterstück in Ägypten aufgeführt.

Eine lange verloren geglaubte Rede aus einem Theaterstück über Moses wurde überraschend unter den Oxyrhynchos-Papyri entdeckt. Die Papyri, die in großer Anzahl in einer antiken Müllkippe der gleichnamigen Stadt gefunden wurden, sorgen immer wieder für Überraschungen, zuletzt mit einem 2000 Jahre alten Katerrezept. Um die 250 000 Freiwillige versuchen die fast 500 000 Schriftstücke, von denen bis zum Jahr 2012 gerade einmal 5000 übersetzt waren, in einer Online-Datenbank zu entziffern. Leiter der Datenbank ist Dirk Obbink von der Oxford Universität.


In dem Schriftstück erzählt Moses in der Ich-Perspektive, wie er von einer ägyptischen Prinzessin gefunden wurde. Seine Schwester Mariam schlägt ihr die Mutter als hebräische Amme vor, woraufhin sie einwilligt. Da die Prinzessin ihn am Flussufer gefunden hatte, gab sie ihm den Namen Moses.

Der Text wurde im Stil einer griechischen Tragödie von dem bisher wenig bekannten Autor Ezekiel im 2. Jh. n. Chr. geschrieben. Das Stück wurde 400 Jahre später in verschiedenen anderen Dokumenten des Kirchenvaters Eusebius zitiert. Man war sich bis heute nicht sicher, ob der Text überhaupt existiert.

Professor Obbink freut sich zurecht über den Erfolg seines Projekts: „Nun haben wir eine echte Kopie. Eine lange Rede von Moses, in einem jambischen Trimeter (Anm: aus drei Metren bestehendes Versmaß), der die Geschichte seines Lebens erzählt und wie er als Baby in einem Binsenkorb gefunden wurde“.

Quelle u.a. Dailymail

 

 

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  • Anne Hesmer

    Sehr interessant. Es gibt also immer wieder kleine Wunder. Wenn ein Teil der noch zu übersetzenden Papyri das gesamte Theaterstück ergeben würden wäre es mal interessant zu wissen,in wie weit sich diese antike Version von der uns bekannten Version aus der Bibel unterscheidet. Wobei mich auch die erwähnten Rezepte interessieren. Wie wohl diese „anti-Kater-Rezepte “ ausgesen haben? Ich bin gespannt .

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