Drama am Nil – Ramses III. wurde die Kehle durchgeschnitten

Um ca. 1155 v. Chr. geschah in Ägypten etwas Ungeheuerliches: Die ehrgeizige Dame Tiye schmiedete ein Mordkomplott gegen den Pharao, um ihren eigenen Sohn Pentawer auf den Thron zu setzen. Die „Haremsverschwörung“ misslang und die Schuldigen wurden verurteilt. Wir kennen die Geschichte von einer Gerichtsakte, die auf Papyrus festgehalten wurde. Doch heute haben wir Gewissheit, dass die Verschwörung zumindest teilweise gelang: an der Mumie Ramses III. konnte ein Schnitt in der Kehle nachgewiesen werden.

Ein Forscherteam um Zahi Hawass, das teilweise auch schon die Mumie Tutanchamuns untersucht hatte, forschte dieses Mal an der Mumie Ramses III. Der Genetiker Carsten Pusch von der Universität Tübingen und den Paläopathologen der Europäischen Akademie Bozen (Eurac), Albert Zink führten Computertomografien und DNA-Tests an den Mumien von Ramses III. Familie durch. Bei den CT-Scans entdeckten die Forscher eine Schnittwunde am Hals des Herrschers. Ob die Wunde sofort tödlich war, konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Dass die Wunden erst bei der Einbalsamierung entstanden sein könnten, schließen die Wissenschaftler nahezu aus. An der Halswunde wurde nämlich ein Horusauge gefunden, dem heilende Kräfte zugesagt wurden.

Die DNA-Untersuchungen weisen die Mumie des so genannten „Unbekannten Mann E“ mit einer 50% Übereinstimmung als Sohn Ramses III. aus (für eine höhere Übereinstimmung fehlt das Genmaterial der Mutter). Wahrscheinlich handelt es sich um den Mitverschwörer Pentawer, der laut Gerichtsakte sich selbst das Leben nehmen musste. Vielleicht ist der 18-20-jährige Mann, der in einem Grab in Deir el-Bahari gefunden wurde, auch stranguliert worden bzw. hat sich selbst erhängt, so die Forscher. Die stark aufgeblähte Mumie des Mannes enthält am Hals eine Hautfalte, die darauf hinweisen könnte. Die genaue Todesursache ist aber unbekannt. Seltsam ist die Bestattung des Mannes gewesen, die ebenfalls die These des verurteilten Mitverschwörers unterstützt: Dem Mann wurden keine Organe entnommen, wie es eigentlich bei der Mumifizierung üblich war. Außerdem wurde sein Körper nur mit einer „unreinen“ Ziegenhaut umhüllt.


Quelle u.a.
Spiegel online (mit Bildern)

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