Ein 3D Bild der Falkenmumie zeigt den Schwanz der Maus, der sich über die Speiseröhre und den Kropf bis in den Kaumagen erstreckt. Bild: ©Stellenbosch University.

Gezüchtete Greifvögel als Opfer für die Götter

Millionen von Tieren wurden in der Spätzeit des alten Ägypten an die Götter geopfert. In Zuchtstationen wurden die Tiere extra für diesen Zweck gezüchtet und als mumifizierte Opfergabe an die vielen Pilger verkauft. In einer Studie, die im Journal of Archaeological Science veröffentlicht wurde, konnten Forscher nun erstmals belegen, dass auch Greifvögel für die Opferung gezüchtet wurden.

Die Vogelmumie SACHM 2575 wurde mit Hilfe von 3D Scans in der Stellenbosch Universität zurück ins Leben gerufen. Foto: Carina Beyer ©Iziko Museums.

Die Vogelmumie SACHM 2575 wurde mit Hilfe von 3D Scans in der Stellenbosch Universität zurück ins Leben gerufen. Foto: Carina Beyer ©Iziko Museums.

Wie die letzten Stunden eines solchen Greifvogels, der als Symbol des Sonnengottes Re galt, ausgesehen haben könnte, erforschten Wissenschaftler der Amerikanischen Universität Kairo, der Stellenbosch Universität und des Stellenbosch Instituts für weiterführende Studien.

Ein 3D Bild von den Knochen und Zähnen im Magen der Greifvogel-Mumie SACHM 2575. Bild: ©Stellenbosch University

Ein 3D Bild von den Knochen und Zähnen im Magen der Greifvogel-Mumie SACHM 2575. Bild: ©Stellenbosch University

Sie führten eine virtuelle Autopsie an einer Vogelmumie des Iziko Museums in Cape Town, Südafrika durch. Hinsichtlich der Morphologie, der Größe der Gliedmaßen und der Form des Schnabels schlossen die Forscher auf einen europäischen Turmfalken (Falco tinnunculus). Die Forscher wählten eine Vogelmumie, die bei der Mumifizierung nicht ausgeweidet wurde. So konnten sie einen Blick in den Verdauungstrakt des Tieres werfen.


Anhand der 3D Scans konnten die Forscher erkennen, dass der Turmfalke an einer erzwungenden Überfütterung gestorben ist. In der Speiseröhre und im Kropf des Falken lag der Schwanz einer Maus, an der er schließlich auch erstickt ist. Im Magen entdeckten die Forscher zudem noch weitere Teile von Mäusen, u.a. 27 lose Zähne und die Überreste eines Spatzes, die der Greifvogel schon vorher verspeist hatte.

Dr. Salima Ikram, Leiterin der Studie von der Amerikanischen Universität in Kairo, sagte, dass die schiere Anzahl an Greifvögel-Mumien bisher ein Rätsel war. Nun wissen wir, dass es wegen der hohen Nachfrage an Opfertieren spezielle Zucht- und Fütterungsprogramme für die Tiere gab.

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