Sarkophag, Archäologisches Nationalmuseum Florenz

Neue Scan-Technik enthüllt verborgene Papyrus-Inschriften

Papyrus war wertvoll in der Antike. Also recycelte man den Papyrus, indem man Fetzen von Papyrus nahm und sie mit Kleister und Gips zu einer Kartonage zusammenklebte. So finden wir heute noch Steuerbescheide, Einkauflisten und andere Schriftstücke in Mumienmasken und -kartonagen. Ein glücklicher Zustand für die Ägyptologen, helfen diese Schriften doch mehr über den Alltag der alten Ägypter herauszufinden. Aber wie kommt man an die Texte, ohne gleich das ganze Objekt zu zerstören? Wissenschaftler in London haben eine neue Methode erforscht, die Papyri zu lesen.

Der Physiker Adam Gibson von der London Universität hat in Rahmen des „Deep Imaging Mummy Cases“ eine Methode entwickelt, die mit verschiedenen Arten von Lichtern Tinte leuchten lässt.
Ein Scanner sucht in verschiedenen Wellenlängen durch mehere Schichten des Materials nach Spuren chemischer Elemente. Typisch für altägyptische Inschriften sind Eisenverbindungen, die die Technik mit dem Licht einer passenden Wellenlänge zum Leuchten bringt. Dadurch kann auch Schrift, die durch Klebstoff und Gips verdeckt ist, gelesen werden.

Ihren ersten Erfolg hatten die Forscher bei einem Sarkophag im Museum von Chiddingstone castle in Kent. Sie entdeckten eine Inschrift an der Fußplatte, die für das bloße Auge nicht sichtbar war. Der Scan enthüllte den Namen „Irethorru“, ein oft vorkommender Name in Ägypten, der „das Auge des Horus wacht gegen meine Feinde“ bedeutet.

Bisher standen die Ägyptologen immer vor der Entscheidung, ob sie das Objekt zerstören oder erhalten sollen. Im Jahr 2015 stieß die Zerstörung etlicher Mumienmasken auf große Kritik, vielleicht kein Zufall, dass genau in diesem Jahr das „Deep Imaging Mummy Cases“ ins Leben gerufen wurde. Nun können die Forscher zerstörungsfrei den Alltag der alten Ägypter weiter auf die Spur kommen.

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