Prall gefüllte Mägen auch im Jenseits – Ibis-Mumien mit Vogelfutter

Der Gott Thot
Der ibisköpfige Gott Thot im Grab von Pay und Raja in Sakkara
Neues Reich, 18. Dynastie

Damit die heiligen Ibis-Vögel im Jenseits nicht an Hunger leiden mussten, füllten die alten Ägypter ihre mumifizierten Körper mit Vogelfutter, wie nun in einer Studie kanadischer Anthropologen nachgewiesen wurde.

Drei Ibis-Mumien aus dem Peabody Museum of Natural History in New Haven und dem Redpath Museum in Montreal legten die Forscher in den Computertomografen. Die Vögel, die ein Symbol des Gottes Thot und im alten Ägypten heilig waren, stammen aus der griechisch-römischen Zeit (ca. 3. Jh. v.Chr. – 3. Jh. n.Chr.). Die Organe wurden wahrscheinlich durch einen Schnitt in die Bauchhöhle oder rektal entfernt. Den Magen öffneten die Einbalsamierer und legten kleine Wasserschnecken oder Getreidekörner hinein, um den nun prall gefüllten und einbalsamierten Magen wieder zurück in die Bauchhöhle zu legen.

Die drei Ibis-Mumien waren die ersten, bei denen diese Vorgehensweise aufgefallen ist. Bei zwei weiteren, eine aus Abydos, die andere befindet sich im Metropolitan Museum in New York, wurde eine ähnliche Methode entdeckt, damit die Tiere mit vollem Magen ins Jenseits reisen konnten. Hier legten die Einbalsamierer mehrere Wasserschnecken in die Schnäbel der Tiere.
Die Ägypter gaben sich bei der Mumifzierung solcher für die Tiere lebenswichtiger Organe große Mühe, so der Anthropologe Andrew Wade von der University of Western Ontario (London, Kanada).


Neben Ibissen mumifizierten die alten Ägypter auch andere Tiere, wie Katzen, Hunde, Falken und Stiere, die in großer Anzahl in Katakomben begraben wurden. In Sakkara fanden Archäologen einen Tierfriedhof mit 1,75 Millionen mumifzierten Ibissen.

Quelle: Epoc, 27.01.2012

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