Artefakte retten unter Einsatz des Lebens

Die Ägyptologin Monica Hanna berichtete diese Woche, wie sie und ein Sicherheitsmann einige Tage nach der Plünderung des Mallawi Museums unter Einsatz ihres Lebens versuchten, einige Objekte aus dem Mallawi Museum zu retten. Unter dem Feuer von Heckenschützen konnten die beiden fünf Sarkophage, zwei Mumien und mehrere Dutzend anderer Gegenstände, die die Diebe zurückgelassen hatten, retten.

Als sie ein paar Jugendliche, die mit Waffen herumhantierten, dazu aufforderte, die verbliebenen Stücke in Ruhe zu lassen, meinten diese nur, sie würden sich an der Regierung für die vielen Toten in Kairo rächen. Als Hanna daraufhin sagte, sie würden das Eigentum des ganzen ägyptischen Volkes zerstören, regten sie sich nur darüber auf, dass die junge Frau nicht verschleiert war.

Nachdem die Jugendlichen verscheucht worden waren, begann eine Gruppe von Männern, das Feuer zu eröffnen. Sie wollten Hanna und ihren Begleiter dazu veranlassen, das Areal schnell wieder zu verlassen. Offensichtlich waren sie verantwortlich für die Jugendlichen, die eine Mumie komplett und eine andere immerhin teilweise verbrannt hatten, während sie eine schwere Statue aus dem Alten Reich hin- und herschubsten.


Hanna erzählt weiter, dass sie während ihrer Arbeit die Köpfe einziehen mussten, um nicht durch die Heckenschützen von den Hausdächern beschossen zu werden.

Die beiden konnten so 40 Artefakte und tausende von zerbrochenen Teilen retten. Die Archäologen werden Jahre dafür brauchen, um alles wieder zusammenzusetzen, so Hanna.

Wenigstens scheint der Aufruf des Antikenmisters Mohamed Ibrahim an die Bevölkerung, die gestohlenen Gegenstände zurückzubringen, einigermaßen von Erfolg gekrönt zu sein. Immer mehr Ägypter bringen Altertümer aus dem geplünderten Mallawi Museum zurück. Ein Anreiz mag sicherlich die versprochene Belohnung und Straffreiheit für jeden ehrlichen Finder sein. Unter den zurückgebrachten Sachen sind mehrere Statuen, drei Keramiken und Gipsstücke, die mit altägyptischen Motiven bemalt sind sowie drei demotische Papyri, die am Donnerstag anonym vor den Türen des Mallawi Museums abgelegt worden waren.

Die Unesco hat mittlerweile eine Liste der gestohlenen Objekte veröffentlicht.

Quelle u.a.:
thespec.com

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