Chaos in Abusir – Archäologische Stätte versinkt in Müll und Plünderungen

Das Areal um Abusir, in dem wichtige archäologische Stätten wie der Pyramidenkomplex von Sahure und das Sonnenheiligtum von Niuserre, beheimatet sind, wird systematisch von Plünderungen heimgesucht und versinkt immer mehr in Müll.

Gründe dafür sind die mangelnde Durchsetzung von Gesetzen und ein schon länger schwelender Konflikt zwischen der Armee, einer naheliegenden Sandgrube und einer Mülldeponie.

Laut ortsansässigen Personen sollen Arbeiter der Sandgrube seit 2011 nicht nur innerhalb ihrer Arbeitsstätte graben sondern auch in dem von Antikenministerium eingeschränkten Gebiet außerhalb der Sandgrube. Seit der Revolution im Januar 2011 sollen die illegalen Ausgrabungen nie gestoppt haben und viele der Arbeiter sollen involviert sein.


Ein Anwohner, der anonym bleiben möchte, meinte, am Anfang wären vereinzelte Menschen mit Schaufel und Taschenlampe losgezogen, um nach archäologischen Schätze zu suchen. Mittlerweile hat das Ganze eine viel größere Dimension erreicht. Bevor der Sand abtransportiert wird, durchwühlen die Arbeiter den Sand systematisch nach archäologischen Schätzen. Sie würden sich sogar unterhalb des Sandes durch die Schlammschicht graben, der in die antike Zeit datiert wird.

Zudem gab es territoriale Streitigkeiten zwischen den Betreibern der Sandgrube und dem Militär. Große Trucks, Bulldozer und Sand blockierten daher mehrere Straßen – u.a. diejenige, die zur Mülldeponie führt. mittlerweile sind die Blockaden aufgehoben. Die Müllwagen entsorgen ihren Abfall aber dennoch in die naheliegenden Kanäle, in die Wüste und auf die archäologischen Stätten. Der Müll wird auch noch nach Brauchbarem durchwühlt und anschließend angezündet.

Der Anblick der Stätte ist schockierend. Überall liegen Berge von verbranntem Müll, tote Tiere, Vögel und Hunde sind überall auf den archäologischen Stätten und um den Kanal. Die Löcher der Sandgrubenarbeiter haben die Ausmaße eines „Meteoriteneinschlags“.

Die Armee tut nichts dagegen und die Bewohner haben Angst vor den teilweise bewaffneten Grubenarbeitern. Das Antikenministerium verweigerte eine Stellungnahme zu den Vorfällen. Es gäbe keine illegalen Ausgrabungen mehr in Abusir, so die lapidare Aussage.

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  • Anja S.

    Kürzlich kam ein Bericht über diese heikle Thema im TV. Den Bildern nach, ist die Situation dort vor Ort in diesen nicht-toristischen Gebieten, wirklich katastrophal. Man frägt sich nicht umsonst, warum die Regierung dies duldet und tatenlos zusieht wie die Gegend im Dreck und Müll versinkt. Dies ist doch eindeutig ein sozialkritisches Problem. Wenn der Müll nicht an diesem Ort läge sondern bei den Reichen, wäre er längst verschwunden.
    Entsetzt war ich aber auch darüber, dass die Einwohner in diesen „Slums“ ihren eigenen Hausmüll vor ihre Haustüre werfen. Nicht wissen wie man die Straße und Hof selber sauberhalten kann.
    Es liegt auch an der Initiative und Einstellung der Bewohner. Selbst wenn sie arm sind, kann man doch trotzdem den A… hochkriegen und den Müll müllgerecht entfernen. Die großen Deponien sind aber eindeutig ein Fall für die Ordnungshüter, die „Stadtverwaltung“ oder eben die Verantwortlichen die etwas dagegen tun können.
    Sollen Sie doch das geld aus dem Absir-Tourismus dafür aufwenden? Oder für jeden Eintritt isn Kairo-Museum einen halben Dollar abknapsen …
    Hoffentlich passiert dort jedenfalls mal was.

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