Grabräuber überrollen Ägypten

Wie von vielen befürchtet, nutzen ein paar kriminelle Banden die jetzige unruhige Situationen in Ägypten schamlos aus und plündern archäologische Stätten. Schon vor der zweiten Revolution war die Situation schlimm, nun scheint die Lage vollends außer Kontrolle zu sein.

Die Berichte über Twitter und Facebook häufen sich. Besonders betroffen scheint im Moment al-Daqahliyya (im östlichen Nildelta), Abu Sir el-Maleq (Nähe Oase Faijum), Lisht und wie schon seit langer Zeit Dahschur zu sein. Selbst der Spiegel greift die unhaltbare Situation im Moment auf und berichtet von bis zu sieben Meter tiefen Schächten in Dahschur. Selbst zwei gepanzerte Fahrzeuge, die mittlerweile vor den Pyramiden dort Wache stehen, stören die Grabräuber nicht im Geringsten. Während die Sicherheitskräfte vor Ort nur mit kleinen Pistolen bewaffnet sind, feuerten die Diebe mit automatischen Gewehren auf die Wächter.

In Sakkara rückten Banden mit Waffen vor und räumten ein Lagerhaus aus, das hauptsächlich kleinere Statuen enthielt. Selbst in Orten wie Assuan und Luxor, wo sich sonst die Touristen tummeln, gab es illegale Ausgrabungen. Manche sind sogar so dreist und rücken mit Baggern vor. Experten vermuten, dass es sich um organisierte Banden handelt.


Der Professor für Archäologie Abdel-Halim Nur el-Din drängt die Regierung, etwas für die Sicherheit der Altertümer zu tun und stellt dabei ernüchtert fest, dass für alles andere, wie Ausgrabungen oder Restaurierungen im Moment sowieso kein Budget existiert.

Der Spiegel berichtet weiter, dass die Archäologen im Moment auch mit vielen alltäglichen Dingen zu kämpfen haben, wie ständige Stromausfälle, so dass die Klimaanlagen nicht funkltionieren und die Archäologen bei einer Bruthitze in ihren Büros arbeiten müssen.

Die Amerikanerin Deborah Lehr vom Think-Tank Paulson Institute in Chicago hat der ägyptischen Regierung den Vorschlag gemacht, mit amerikanischen Satellitenbildern den Grabräubern den Garaus zu machen. Doch stecke der Vorschlage gerade in der „ägyptischen Bürokratie fest“ so der Spiegel.

Viele Altertümer werden im Ausland und in Auktionshäusern verkauft. Eine Rückforderung wird schwierig werden, da die gestohlenen Altertümer in der Regel nirgendwo registriert werden.

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  • Weinzetl Alois

    Diese Menschen handeln aus Armut, wobei ich dieses auf das schärfste verurteile da sie doch ihre eigene Kultur und Vergangenheit unwiederbringlich zerstören.
    Jedoch eine noch größere Abscheu habe ich vor jenen Menschen (Verbrechern) die diese Kulturgüter kaufen !!!
    Diese Plünderer vernichten ihre eigene Zukunft,bzw.Geldeinnahme durch den Tourismus welcher ja nicht gerade wenig war oder ist.
    Ich leide mit den ehrlichen und mir bekannt freundlichen Ägyptern mit.
    Mein Herz blutet.
    Mit freundlichen Grüßen
    Alois Weinzetl

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