Vor dem berühmten Hotel Winter Palace warten die Nilschiffe auf neue Besucher

Mehr Deutsche nach Ägypten!

In dieser Woche ist der ägyptische Staatspräsident El-Sisi zu Besuch in Deutschland. Neben den politischen und wirtschaftlichen Gesprächen sollte es dabei insbesondere auch um die Steigerung der Tourismuszahlen gehen, forderte Abdel Latif, Mitglied der Deutsch-Arabischen Handelskammer. Insbesondere der Anteil der Incentive-Reisen könnte gesteigert werden, wenn sich die ägyptische Delegation um Gespräche mit großen Konzernen in Deutschland bemühen würde.

Rund 800.000 deutsche Touristen besuchten Ägypten im vergangenen Jahr. Diese Zahl könnte man verdoppeln, wenn man zwischen den Regierungen zu gemeinsamen Vereinbarungen käme, sagte Latif der Daily News Egypt. Viele deutsche Firmen böten ihren Mitarbeitern sogenannte Incentives, bezahlte Firmenreisen, an. Diese müsse man gezielt nach Ägypten lenken.


Neu und sehenswert, aber abgelegen. Der Isis-Tempel in Deir El-Schelwit.

Neu und sehenswert, aber abgelegen. Der Isis-Tempel in Deir El-Schelwit wird kaum besucht.

Seit vielen Jahren hätten immer Italien oder Deutschland die größten Anteile an den Ägyptenurlaubern gehabt, so Latif. Dabei würden die Deutschen besonders den Badeurlaub, aber auch den klassischen Kultururlaub genießen. Leider blieben die Deutschen heute im Durchschnitt aber nur noch eine Woche – vor der Revolution seien es noch zwei Wochen gewesen. Das Tourismusministerium müsse daher seine Werbeanstrengungen ausweiten, forderte er. Außerdem müsse man verstärkt an Direktflügen sowohl nach Assuan und Luxor, als auch nach Hurghada und Sharm El-Sheik arbeiten.

Aber aus Deutschland kämen nicht nur die meisten Touristen, Deutschland sei mit 4,5 Milliarden Euro auch der größte Handelspartner Ägyptens und leiste auch den größten Anteil an Entwicklungshilfe, ergänzte der Handelskammerexperte.

Wie man in der Presse lesen konnte, hat die ägyptische Delegation durchaus erfolgreiche Wirtschaftsgespräche hier in Deutschland gehabt. Allein das große Geschäft mit dem Energiekonzern Siemens soll ein Volumen von 8 Milliarden Euro haben. Inwieweit Gespräche über Tourismusförderung wirklich stattgefunden haben, konnte man der Berichterstattung bisher leider nicht entnehmen.

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  • Michael Menges

    Ich würde gerne wieder nach Ägypten reisen, aber das ägyptische Innenministerium darf seit April homosexuellen Ausländern die Einreise verbieten. Ein entsprechendes Urteil hat das Verwaltungsgericht in Kairo erlassen. Solange es dieses Gesetz gibt, werde ich keinen Fuß mehr in das Land setzen. Nicht, dass ich fürchtete, es könne zur Anwendung kommen, denn wir verhalten uns immer angemessen, nein, aus Prinzip. Ich gebe wissentlich keinen Euro an Menschen, die mich nicht respektieren.

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